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7 Mythen über Diabetes

Immer mehr Menschen in Deutschland, leider auch immer mehr Kinder, leiden an Diabetes Typ 2, dem so genannten Lifestyle-Diabetes.

Genetische Veranlagung, Übergewicht, ungesunde Ernährung: Was immer die individuelle Ursache sein mag, die Diagnose Diabetes ist noch lange kein Grund, resigniert den Kopf in den Sand zu stecken. Sie sollte als ernst zu nehmender Weckruf verstanden werden, dringend etwas am eigenen Lebensstil zu ändern.

Für uns Zeit, mit ein paar Mythen aufzuräumen, die immer noch im Zusammenhang mit Diabetes kursieren.

Mythos #1: Alle Typ-2-Diabetiker müssen lebenslang Medikamente nehmen

Falsch. Auch wer aktuell Diabetika nimmt oder Insulin spritzt, muss das nicht auf ewig tun. Es ist durchaus möglich die notwenige Medikamentendosis zu reduzieren oder sogar langfristig ganz ohne Medikamente auszukommen.

Der beste Weg dahin ist abnehmen, Sport und Bewegung und das Einhalten eines speziellen Diabetes-Ernährungsplans. Die Veränderung der Medikamentendosis erfolgt selbstverständlich immer nur in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.

Mythos #2: Diabetiker müssen nur auch Kohlenhydrate, nicht auf Eiweiß und Fett achten

Beim Verzehr von Kohlenhydraten besonders aufzupassen ist sicher ein essentieller Punkt für Diabetiker. Aber auch Fette und Eiweiße dürfen nicht aus dem Auge verloren werden, denn es ist wichtig, dass die Gesamtkalorienzufuhr stimmt und nicht zu hoch ist.

Zu viele Kalorien, besonders Fett ist sehr energiereich, führen zur Gewichtszunahme und verschlimmern den Diabetes. Diabetes geht oft auch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher, weshalb besonders gesättigter Fette nur in Maßen gegessen werden sollten. Diabetiker sollten ihren Grundumsatz kennen und nicht mehr essen als sie benötigen.

Mythos #3: Diabetiker sollten kein Obst essen

Richtig ist, dass Obst Kohlenhydrate in Form von Fruchtzucker enthält, die einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Aber Obst kann ein sehr wichtiger und gesunder Bestandteil der Ernährung sein, auch für Diabetiker, aufgrund der in Obst enthaltenen Vitamine, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe.

Der Effekt von Obst auf den Blutzuckerspiegel ist wesentlich geringer als der von anderen süßen Speisen wie beispielsweise Schokolade, Honig oder raffinierter Zucker. Frisches Obst sollte gegenüber verarbeitetem Obst in Form von Smoothies, Fruchtsäften und Trockenfrüchten bevorzugt werden.

Mythos #4: Diabetiker sollten nur wenig Kohlenhydrate essen

Mittlerweile gilt auch für Diabetiker die Empfehlung für eine vollwertige ausgewogene Ernährung, genau wie für gesunde Erwachsene. Die Aufnahme von Zucker wird meist auf eine tägliche Aufnahme von 50 Gramm freiem Zucker begrenzt.

Wichtig ist, dass auf den Glykämischen Index geachtet wird, dass heißt, Kohlenhydrate sollten vor allem in Form von Vollkornprodukten und Gemüse aufgenommen werden. Stark verarbeitete Kohlenhydrate, Süßigkeiten und Weißmehlprodukte sollten im Gegensatz gemieden beziehungsweise stark eingeschränkt werden.

Mythos #5: Wer Diabetes-Medikamente nimmt kann essen was er will

Medikamente bekämpfen die Symptome, nicht die Ursache und sind auf keinen Fall ein Ersatz für gesundes Essen, Sport und das halten eines gesunden Gewichts. Gerade wer Diabetes-Medikamente nimmt sollte alles unternehmen, um seinen Lebensstil dahingehend zu ändern, dass die Medikamentendosis reduziert oder im besten Fall sogar abgesetzt werden kann.

Mythos #6: Eine genetische Diabetes-Prädisposition führt immer zur ausgeprägten Diabetes

Falsch. Wer eine genetische Prädisposition für Diabetes hat oder wessen Blutzuckerwerte sich an der Grenze zum Diabetes bewegen, für den sollte das ein Weckruf sein!

Damit sich der Diabetes nicht manifestiert, ist es nun allerhöchste Zeit abzunehmen, die Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen. Nur weil Diabetes in der Familie aufgetreten ist, hat es jeder selbst in der Hand, ob es bei ihm so weit kommt.

Mythos #7: Lebensmittel “für Diabetiker“ sind gut

Spezielle Diabetiker-Produkte haben gegenüber den normalen Lebensmitteln für Diabetiker keinen wesentlichen Vorteil. Die Bezeichnung “Diät” auf den Lebensmitteln bedeutet nur, dass in ihnen Haushaltszucker mit Zuckeraustauschstoffen, wie Sorbitol und Fruchtzucker ersetzt wurde.

Schlank wird man mit ihnen noch lange nicht, vor allem weil diese Produkte meist genauso viele Kalorien, oft sogar mehr Fett, wie ihr normaler Counterpart enthalten. Zudem sind sie teurer, teilweise doppelt so teuer.

Zum Schluss noch ein Rezept, das zeigt, wie schmackhaft und gesund man sich bei Diabetes ernähren kann:

Salbei Kalbsschnitzel mit Rosmarinkartoffeln

  • 2 dünne Kalbsschnitzel
  • 8 Salbei-Blätter
  • Weißwein, Marsala
  • 2 fest kochende Kartoffeln pro Person
  • 2 Zweige Rosmarin
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl

Die Kartoffeln in Salzwasser mit einem Rosmarinzweig, ein paar Pfefferkörnern, einem Schuss Olivenöl (nicht zu weich) garen. Danach schälen und in Streifen schneiden.

Etwas Olivenöl erhitzen, fein gehackte Rosmarinnadeln und die Kartoffeln dazu geben, einige Minuten schwenken, salzen und pfeffern. Je fester die Kartoffeln sind, desto niedriger ist ihr glykämischer Index, was umso besser für Diabetiker ist!

Das Olivenöl erhitzen und den Salbei leicht andünsten. Die Schnitzel jeweils rund zwei Minuten auf jeder Seite braten, mit dem Weißwein und einem Schuss Marsala ablöschen, salzen, pfeffern. Die Salbei-Blätter auf dem Fleisch drapieren.

Viele weitere Rezepte und Tipps für Diabetiker eine eine gesunde Ernährung findet Ihr auf der Website von Hans Lauber und seiner Methode „Essen, Messen, Laufen“.