Das Gewicht: normal, ideal oder ganz egal?


Das Gewicht spielt in unserem Leben und der Gesellschaft eine sehr wichtige Rolle. Es entscheidet darüber, ob jemand zu dick zu dünn, diszipliniert oder unkontrolliert, fit oder faul ist. Übergewicht, Normalgewicht oder Untergewicht: Was ist normal?

Sind wir zu dick oder zu dünn, oder genau richtig?

Was ist nun zu dick, was zu dünn und was die goldene Mitte? Ab wann hat man Übergewicht und wann normales Gewicht? Schocken uns stets neue Meldungen über den Anteil der Übergewichtigen in unserer Bevölkerung, so geben Befragungen ein ganz anderes Bild wieder:

Die meisten sind mit ihrem Gewicht sehr zufrieden. Nur wenige würden etwas ändern und wenn dann auch nur ein paar Kilo. Eine weitere Grafik zeigt, dass das Durchschnittsgewicht der Deutschen bei knapp 50 Prozent im Bereich zwischen 60 und 80 Kilogramm liegt.

Wenn man die durchschnittliche Größe heranzieht müsste also ein Großteil von uns Normalgewicht haben:

Was ist Normalgewicht?

Bisher gibt es noch keine Einigkeit darüber, welches Gewicht für den Menschen am gesündesten ist. Ein „Normalgewicht“ wäre ja auch so unmöglich wie die Normierung der Haarfarbe und des Fingerabdrucks, denn es ist vielen von uns vorherbestimmt: Der eine ist schlank, der andere kräftiger.

Trotzdem ist man bestrebt den Menschen eine Anleitung an die Hand zu geben, die ihnen sagt welches Gewicht für sie gesund ist. Früher wurde dafür die so genannte „Broca-Formel“ zu Rate gezogen: 
  • Bei Männern: Normalgewicht in kg = Körperlänge in cm − 100
  • Bei Frauen: Normalgewicht in kg = Körperlänge in cm − 100 - 5%
Später kam der BMI (Body-Mass-Index) dazu, der sich auf das Gewicht pro m² Körpergröße bzw. die „Fläche“ des Körpers bezieht:
  • BMI = Körpergewicht in Kilogramm / (Körpergröße in m)²
Dabei gilt laut WHO (World Health Organisation ein BMI zwischen 18,50 kg/m² und 24,99 kg/m² als normal. Alles darunter ist untergewichtig, alles darüber übergewichtig. Ab einem BMI von 30 kg/m² gilt man als fettsüchtig (adipös).

Seit Kurzem wird dem Gewicht eine weniger starke Bedeutung, zumindest medizinisch, beigemessen. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie an mehr als 55.000 Patienten zeigte, dass sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur am BMI ablesen lässt, sondern vor allem am Bauchumfang.

Demnach ist der Bauchumfang, also die tatsächlich sichtbare Fetteinlagerung rund um wichtige Organe wie dem Herzen, aussagekräftiger als das Gewicht. Bei Männern sollte der Bauchumfang nicht mehr als 94 Zentimeter betragen, bei den Damen dürfen es maximal 80 Zentimeter sein.

Dass auch diese Bezugsgröße nicht aussagekräftig genug ist, beweisen viele Sportler. Athleten und Kraftsportler haben meist einen sehr niedrigen Körperfettanteil, dafür aber viele Muskeln und einen größeren Bauchumfang. Wer es genau wissen will, sollte demnach eine Körperfaltenmessung beim Arzt oder Ernährungsberater durchführen lassen, denn die kann genaue Auskunft darüber geben, ob man zu viele Fettdepots hat oder nicht.

Auch zusätzliche Messwerte wie das Taille-Hüft (auch "Waist-to-Hip-Ratio" genannt) Verhältnis oder der Unterarmumfang werden mittlerweile herangezogen.

Was ist Idealgewicht?

Das Idealgewicht wird meist in Studien ermittelt, in denen Bevölkerungsgruppen zu ihrem Gewicht befragt werden. Das Idealgewicht ist dann das Mittelmaß? Nicht ganz, denn es gibt auch eine Formel:
  • Bei Männern = (Körpergröße in cm - 100) * 0,9
  • Bei Frauen = (Körpergröße in cm - 100) * 0,85
Bei einem 1,70 cm großen Mann läge das Idealgewicht bei etwa 63 Kilogramm. Bei einer 1,60 großen Frau liegt das ideale Körpergewicht bei etwa 51 Kilogramm.

Fazit: Das Gewicht was wirklich zählt, ästhetisch wie auch medizinisch, ist Dein Wohlfühlgewicht. Das kann man zwar nicht ausrechnen oder vorgeben, aber es ist das normale und gesunde Gewicht für Deinen Körper. Wenn Du es erreicht hast, wirst Du das auch merken.

So lang Du fit bist, sind auch 3-4 Kilo zu viel nicht schlimm. So lang Du gesund und ausgewogen isst, stellen auch 3-4 Kilo zu wenig kein Problem dar. Messen kann man zwar vieles aber letztendlich ist es wichtig, dass man sich im eigenen Körper wohl fühlt und uneingeschränkt leben kann.



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Autor: Katarina verfasst am 27.07.2009 09:53
Katarina liebt das Tauchen. Wenn Sie nicht gerade unter Wasser ist, tanzt sie. Seit Jahren schwingt sie beim Standard/Latein regelmäßig das Tanzbein. Neu ist ihre Garten-Leidenschaft: pflanzen und buddeln mit vollem Körpereinsatz.
 
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