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Anaerober Stoffwechsel

Wenn man sich heutzutage ins Abenteuer Sport stürzt, wird man mit Fremdwörtern und Fachbegriffen geradezu bombardiert. Oder wer hat schon mal etwas vom anaeroben Stoffwechsel gehört? Es ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Der anaerobe Stoffwechsel ist eine besondere Form des Energiestoffwechsels.

Unsere Muskeln brauchen Energie, um Arbeit verrichten zu können. Dabei bedient sich unserer Körper unterschiedlicher Möglichkeiten. Ein Weg ist der anaerobe Stoffwechsel. Der Begriff anaerob stammt aus dem lateinischen Sprachgebrauch und bedeutet: Ohne Sauerstoff. Das charakterisiert den anaeroben Stoffwechsel sehr gut, denn der Körper gewinnt bei diesem Prozess Energie ohne die Zunahme von Sauerstoff.

Beim anaeroben Stoffwechsel spaltet unserer Organismus Kohlenhydrate, um seinen Energiebedarf zu decken. Der Vorteil: Die gewonnene Energie kann er sofort nutzen. Der Nachteil: Als Abfallprodukt entsteht Milchsäure beziehungsweise Laktat. Bei lang andauernder Belastung steigt die Konzentration der Milchsäure in den Zellen an, was zur Einschränkung der Arbeitsleistung führt. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das. Wenn wir zu einem Sprint ansetzen, können wir die Geschwindigkeit nur für kurze Zeit aufrechterhalten. Denn nach einer gewissen Zeit machen unsere Muskeln schlapp – die Kehrseite des anaeroben Stoffwechsels. Das Gegenstück zum anaeroben Stoffwechsel ist der aerobe Stoffwechsel.

Unterschied zwischen aerob und anaerob

Der entscheidende Unterschied ist die Zunahme von Sauerstoff während des Stoffwechselprozesses – die Kohlenhydrate werden hierbei nicht gespalten, sondern fallen der Oxidation zum Opfer. Der Vorteil beim aeroben Stoffwechsel ist die Beteiligung des Fettstoffwechsels – dieser verbrennt ordentlich Fettsäuren, damit der aerobe Stoffwechsel auf Touren kommt. Auch hier ein Beispiel: Wenn wir ein langsames Tempo beim Laufen wählen, können wir über längere Zeit diese Belastung aufrecht erhalten. Solange dem aeroben Stoffwechsel genügend Sauerstoff zugeführt werden kann, scheint dieser unerschöpflich. Grenzen kann uns dann nur unser Fitnesszustand setzen. Eine gute Orientierungshilfe ist das Atmen. Solange wir bei der Belastung nicht außer Atem kommen, sind der Belastung keine Grenzen gesetzt, wenn man die muskulären Grenzen mal außen vor lässt.

Es gibt noch einen gravierenden Unterschied zwischen aeroben und anaeroben Stoffwechsel: Die Ökonomie der Energiegewinnung. Der aerobe Stoffwechsel arbeitet wesentlich ökonomischer als der anaerobe Stoffwechsel. Er kann aus dem gleichen Ausgangsstoff das 18fache an Energiemenge heraus holen. Dafür ist der anaerobe Stoffwechsel in der Lage, in kurzer Zeit viel Energie umzusetzen – der aerobe Stoffwechsel braucht dagegen für die gleiche Energiemenge mehr Zeit. Auf welche Form des Energiestoffwechsels unser Körper zurückgreift, richtet sich in erster Linie nach der Art und Stärke der sportlichen Belastung.