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Blutdruck bei Diabetikern darf nicht zu niedrig sein

Diabetiker erhalten nicht selten Medikamente gegen erhöhten Blutdruck. Aktuelle Studien warnen jedoch vor einem zu geringen Blutdruck bei Diabetes. Menschen mit Diabetes leiden häufig an einer Verengung der Herzkranzgefäße. Fällt ihr Blutdruck zu weit ab, werden die Herzmuskeln nicht ausreichend mit Blut versorgt. Es kann zu einem Herzinfarkt kommen, gerade weil der Blutdruck zu niedrig ist.


Meist treten Bluthochdruck und Diabetes gemeinsam auf. Beides, sowohl zu hoher Blutdruck, als auch zu hohe Blutzuckerkonzentration, erhöhen das Risiko einer Herz-Kreislauf Erkrankung. Die Folgen können Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

Erste-Hilfe-Tasche-Herzinfarkt-Diabetes|istockphoto.com/mcech|www.istockphoto.com/file_closeup.php?id=2953756Deshalb beobachtet man den Blutdruck bei Diabetes Patienten während einer Diabetes Therapie. Ein Blutdruck von 120 zu 80 gilt als normal, Werte darunter gelten ebenfalls als unbedenklich. Bei Diabetes Patienten sollte der Blutdruck nicht höher als 130 zu 80 im Ruhezustand sein.

 

Diabetes und verengte Herzkranzgefäße

Für Diabetiker, die an einer Verengung der Herzkranzgefäße leiden, kann ein Blutdruck unter 120 jedoch bereits zu wenig sein. Kritisch ist es auch wenn der untere (Diastole) Wert die 75-Marke unterschreitet. Der untere, niedrigere Blutdruckwert gibt den Blutdruck während der Entspannung des Herzens an. Bei der Entspannung des Herzens wird der Herzmuskel mit dem sauerstoffreichen Blut versorgt.

Ist dieser diastole Wert zu niedrig, bedeutet dies auch, dass das Herz mit zu wenig sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Die Versorgung des Herzmuskels ist eingeschränkt und dies kann im Extremfall einen Herzinfarkt zur Folge haben.

Diabetiker mit einer Herzkranzgefäßverengung benötigen deshalb andere Richtlinien für den Blutdruck. In der ACCORD Studie fand man nun heraus, dass während einer Diabetes Therapie mit vermehrten Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall, Elektrolytstörungen, Nierenschwäche und Bewusstlosigkeit gerechnet werden muss, wenn versucht wird, den oberen Blutdruckwert auf 120 zu senken.

Ein Blutdruck Wert um die 140 sei weniger gefährlich für Diabetes Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen. DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) und diabetesDE empfehlen in einer Stellungnahme, nach Auswertung der Studien, für Diabetiker einen Blutdruck von 130-140 zu 80-85. Optimal sei ein Blutdruck von 130 zu 80. Ein Blutdruck auf dem Niveau eines gesunden Menschen ist demnach für Diabetiker mit verengten Herzkranzgefäßen nicht ratsam.

Leicht erhöhte Blutdruckwerte sind also besser als zu niedrige Werte, dennoch: Ein stark erhöhter Blutdruck kann das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen. Man sollte als Diabetiker also genau auf den Blutdruck schauen.