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Botox

Hier ein Spritzlein, da ein Spritzlein – der Botox-Wahn hat sich zu einer eigenen Kultur entwickelt. Da bekommt ein junges Mädchen eine Botox-Spritze zu ihrem 16. Geburtstag geschenkt. Die meisten Menschen werden sich fragen, wie kann man das seinem Kind antun kann – immerhin handelt es sich bei Botox um keine Kräutersalbe.

Botox ist Nervengift, dass derzeit großen Anklang in der Plastischen Chirurgie findet. In den 80er Jahren wurde das Gift auf medizinischem Wege eingesetzt, um neurologische Bewegungsstörungen zu therapieren. Heute dient es in den meisten Fällen als Faltenglätter – so ändern sich die Zeiten.

Eine jüngste Reportage berichtete von Botox-Parties bei denen sich die anwesenden Gäste gegenseitig mit Spritzen überraschen und das Ergebnis dann gebührend feiern – ein Kommentar ist hier überflüssig. Eine Botox-Behandlung gleicht dem berühmten Tanz auf einer Rasierklinge. Die Folge- und Nebenwirkungen sind aufgrund der relativ recht jungen Disziplin noch gar nicht abzuschätzen.

Nebenwirkungen von Botox

Fakt ist, es sind Fälle bekannt, die eine Nervengift-Kur bereut haben. Bei manchen wurden Hautrötungen festgestellt, die mit schweren allergischen Reaktionen einhergingen. Ein anderer Risikofaktor ist das Gift selber. Keiner weiß, wie Botox vom Körper aufgenommen und verarbeitet wird. Auch wenn Mediziner von vernachlässigbaren Konzentrationen sprechen – ein dauerhafter Konsum, das gebietet der gesunde Menschenverstand, kann dem Körper nicht gut tun.

Leider ist das gerade oft der Fall, denn Botox wirkt nur eine bestimmte Zeit. Je nach Dosierung liegt die durchschnittliche Wirkung bei einem halben Jahr. Dass sich nach dieser Zeit die betroffene Person nicht wieder freiwillig mit ihrem alten Gesicht arrangiert, liegt auf der Hand. Allerdings ist das ästhetische Ergebnis selber mehr als fraglich. Denn bei den meisten hinterlassen die Nervengift-Kuren ihre Spuren – ihre Gesichtszüge wirken eingeschlafen und starr.

Mit den Falten scheint sich auch die natürliche Ausstrahlung in Luft aufzulösen. Der Botox- Wahn hat natürlich tiefer sitzende Gründe. In vielen Branchen wir ein tadelloses Äußeres vorausgesetzt. Bei vielen Schauspielern zum Beispiel schwindet mit zunehmender Faltenanzahl nicht nur das Selbstbewusstsein sondern auch die Größe ihrer Gagen.

Natürlich müssen diese dadurch nicht am Hungertuch nagen – vielmehr kratzt die fehlende Nachfrage an ihrem Ego. Als Schauspieler bekommt man ein großes Ego quasi in die Wiege gelegt. Aber auch die Medien sind an dieser Entwicklung nicht ganz schuldlos. Sie buhlen sich geradezu in den optischen Schwächen von prominenten Erdbewohnern. Allerdings schaffen die Medien die Inhalte, die ihre Leser lesen möchten. Insofern sind sie ein Spiegel der Gesellschaft – so schließt sich der Kreis.