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Der Jojo-Effekt

Schnell abnehmen und danach zunehmen. Das bezeichnet man als Jojo-Effekt. Doch was sind die genauen Auslöser für das Gewichts-Jojo und wie kann man eine Gewichtszunahme nach einer Diät verhindern?

jojo-effekt-jojo-spielen|wikipedia.de|de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_146-1985-101-36A,_Berlin,_Jo_Jo-Spiel.jpg&filetimestamp=20081212221035Stell Dir deinen Körper wie einen Ofen vor. Um das Feuer zu erhalten, muss Holz hinein gegeben werden. Am besten gibt man dem Feuer nur kleinere Portionen Holz, denn große Mengen auf einmal verbrennen nicht richtig. Der Rest bleibt dann angekohlt in der Glut liegen ohne zu wärmen.

Genauso ist es beim menschlichen Körper: Bekommt er zu viel Energie, kann er diese nicht verbrennen. Rest-Energie wird in Fettpölsterchen eingelagert. Diese Reserven sind inaktiv. Fett ist nicht großflächig an den Blutkreislauf angeschlossen wie unsere Muskeln. Fettpolster und Schwimmringe sind die „Außenlager“ und die werden nur in größter Not geöffnet.

Wenn wir über einen längeren Zeitraum, also länger als 2-3 Tage, sehr kalorienarm essen, sprich: hungern, wird es für den Körper unangenehm. Er zapft alle „internen“ Reserven an: zuerst die Glukose-Speicher in Leber und Muskeln. Damit geht auch viel Wasser verloren, denn 500 Gramm Glukose speichern im Körper auch ein bis zwei Liter Wasser. Wenn Glukose und Wasser weg sind, muss der Körper an seine zweitbeste Reserve-Leitung: das Eiweiß.

Hungern begünstigt den Jojo-Effekt

Das Eiweiß lagert in unseren Muskeln und Organen. Es ist sozusagen der Zement unserer Zellen. Die Muskeln bestehen zum Großteil aus Eiweiß. In der Not kann darauf aber keine Rücksicht genommen werden: Muskeln werden abgebaut und das in ihnen enthaltene Eiweiß wird als Energie verfeuert. Das geht nur bis zu einem gewissen Maß, kann aber schon starke Auswirkungen auf die Muskelmasse haben.

Erst zuletzt geht der Körper an seine Fettreserven und drosselt gleichzeitig seinen Energiebedarf, denn er weiß, wenn die Reserven alle sind, hat er nichts mehr übrig. Also werden wir müde, schlapp, haben Kopfschmerzen. Der Körper zwingt uns zur Ruhe und spart wo er nur kann.

Wir freuen uns trotz Bauchknurren über drei Kilo weniger nach einer Woche Hungern, wovon ein bis zwei Kilo wohlgemerkt nur Wasser sind, und machen weiter. Der Körper indes schaltet immer weiter runter, gewöhnt sich an wenig Nahrung und verbraucht immer weniger Kalorien.

Nach zwei bis drei Wochen Hungerkur und fünf bis acht verlorenen Kilos – wow das ging schnell – denken wir "So jetzt ist es genug, jetzt esse ich wieder normal". Und hier kommt der Jojo Effekt, denn am Tiefpunkt angekommen schnippt das Gewicht schnell wieder in die Höhe. Warum?

Der Körper wähnt sich immer noch in Hungersnot und will sich, vorausschauend wie er ist, auf die nächste Hungerperiode besser vorbereiten und ordert sofort neue Fettzellen. Das ist wie beim Bundeshaushalt (oder sollte zumindest so sein): Auch wenn viel Geld reinkommt, müssen erstmal die Schulden beglichen werden.

Es werden aber nicht nur die alten, leeren Fettzellen im Körper wieder aufgefüllt, sondern es werden auch neue Speicher angelegt, denn der Körper ist im Energieverbrauch immer noch sparsam und er kann deshalb mehr einlagern. Außerdem gibt es auch nicht mehr so viel lästige Muskelmasse, die ihm die ganze Energie weg brennt und dabei nur gut aussieht.

Am Ende hungerten wir drei Wochen, aßen zwei Wochen wieder normal und kommen nach fünf bis sechs Wochen im besten Falle auf Null. Bei den meisten hat der Jojo-Effekt aber so viel Power, dass sie bereits kurze Zeit später mehr wiegen als vor der Hungerkur.