Während des Mobilis Diätprogramms werden die Übergewichtigen von einem fachübergreifenden Team, bestehend aus einem Sportlehrer oder Sportwissenschaftler, einem Psychologen oder Pädagogen, einem Ökotrophologen oder Diätassistenten und einem Allgemeinmediziner oder Internisten, betreut.
Die Kosten für das einjährige Mobilis Diätprogramm betragen 785 Euro. In den Kosten sind 35 Bewegungseinheiten, 21 Gruppensitzungen (Verhaltenstraining, Ernährungsberatung) sowie drei ärztliche Untersuchungen enthalten. Die BARMER Krankenkasse bezuschusst Mobilis nach einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung mit 685 Euro.
Die Kosten für das dreimonatige Mobilis Light Diätprogramm, mit jeweils 90-minütigen wöchentlichen Treffen und 10 Bewegungseinheiten, betragen 120 Euro und werden von der BARMER Krankenkasse mit 75 Euro bezuschusst. Auch andere Krankenkassen steuern den beiden Mobilis Programmen etwas bei. Die Höhe des Zuschusses muss individuell bei der Krankenkasse angefragt werden.
Die Mobilis Diät besteht aus drei Schwerpunkten: Bewegungseinheiten, Gruppensitzungen und Aufgaben für Zuhause. Das Mobilis Diätprogramm ist auf eine Dauer von einem Jahr angelegt und in drei Phasen gegliedert.
In dem ersten halben Jahr gibt es zwei feste Termine pro Woche, bestehend aus Bewegungseinheiten und Gruppensitzungen. In dem zweiten Halbjahr findet alle drei bis vier Wochen eine Gruppensitzung statt.
Phase I (8 Wochen)
- 8 Bewegungseinheiten
- 8 Gruppensitzungen (Themen: 1x Auftakt, 1x Theorie Bewegung, 3x Ernährung und 3x Psychologie)
Phase II (16-18 Wochen)
- 26 Bewegungseinheiten (Themen: 1x Theorie Bewegung, 3x Psychologie)
- 4 Gruppensitzungen
- 1 Praxissitzung Ernährung
Phase III (6 Monate)
- 6 Gruppensitzungen (Themen: 5x Psychologie, 1x Abschluss)
- 2 Praxissitzungen Ernährung
- 1 Bewegungseinheit: Fitness-Test
Ein neues Ernährungsverhalten wird in drei Gruppensitzungen (theoretisches Wissen), zwei verhaltenstherapeutischen Gruppensitzungen und drei Praxissitzungen vermittelt. Es gibt keinen konkreten Diätplan, sondern es wird ein Orientierungsrahmen zur richtigen Lebensmittelauswahl vermittelt.
Der Fokus der Mobilis Diät liegt auf einer gesunden, kohlenhydratbewussten und eiweißbetonten Ernährung mit den richtigen Fetten. Als Richtlinie dient die M.O.B.I.L.I.S. Ernährungspyramide und das "50+50" Punkteprogramm. Die Diätteilnehmer lernen den Aufbau der Ernährungspyramide, die Grundlagen einer gesunden, fettreduzierten Ernährung (maximal 60 Gramm Fett pro Tag), kohlenhydratbewusstes Essen, richtiges Trinkverhalten und richtige Mahlzeitenverteilung.
Grundlage der M.O.B.I.L.I.S. Ernährungspyramide bildet die Bewegung sowie das ausreichende Trinken von Wasser (hauptsächlich) und anderer energiearmer Getränke. Es sollen pro Tag mindestens zwei Liter energiearme Getränke getrunken werden.
Basis der festen Ernährung bilden Gemüse und Obst, gemäß der Vorgabe „5 am Tag“. Das heißt mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst täglich. Danach folgend in der Pyramide tierische eiweißhaltige Lebensmittel, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen sowie Vollkornprodukte. Darüber stärkereiche Lebensmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln, Misch- und Weißbrot.
Die Pyramide setzt so auf eine Trennung von Kohlenhydraten entsprechend dem Glyx-Prinzip (Glykämischer Index). An der Spitze der Pyramide folgend gesunde Öle und fettreiche Nüsse und den Schluss bilden energiereiche Lebensmittel wie Alkohol, gesättigte Fette, Haushaltszucker und Süßigkeiten, die nur selten konsumiert werden sollen.
Die Nährstoffzusammensetzung der Mobilis Diät verteilt sich auf 45–50 Prozent Kohlenhydrate (bevorzugt werden komplexe Kohlenhydrate mit einem niedrigen glykämischen Index), maximal 35 Prozent Fett (bevorzugt ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fette) und circa 20 Prozent Protein.
Pro Tag sollen möglichst nur drei feste Mahlzeiten gegessen werden. Kleine Zwischenmahlzeiten werden nur im Bedarfsfall empfohlen.
Die Ernährungspyramide wird von dem 50+50-Punkteprogramm ergänzt, das bei der Umsetzung der Ernährungsvorgaben hilft und auf der Balance von Energiezufuhr und Energieverbrauch beruht. Es kombiniert Essen und Bewegung, indem die Diätteilnehmer pro Woche 50 Bewegungspunkte und 50 Ernährungspunkte sammeln sollten, um abzunehmen. Schafft man es nicht auf der Ernährungsseite nur 50 Punkte zu erzielen, kann das Defizit über zusätzliche Bewegungspunkte ausglichen werden.
Weiterhin wird in elf Gruppensitzungen die psychologische Verhaltensänderung anhand kleiner schriftlicher oder mündlicher Aufgaben forciert. Diese Aufgaben müssen die Teilnehmer eigenständig in ihrem Alltag umsetzen und ihre Fortschritte dokumentieren.
Vor dem Diätstart, sowie in der Mitte und zum Ende des Programms, steht eine medizinische Untersuchung bestehend aus Anamnese, Blutwerte und Belastungs-EKG durch einen Allgemeinmediziner oder Internisten an. Typ2-Diabetiker erhalten eine Zusatzeinheit zum Thema „Blutzucker – Bewegung – Medikation“ durch eine Diabetesberaterin oder Diabetesassistentin.