Statt gesund abzunehmen einfach unters Messer legen? Chirurgische Eingriffe an Magen oder Dünndarm zum Zweck einer Gewichtsreduzierung sollten erst erfolgen, wenn alles andere schon versucht wurde. Diese Operationen sollen das Aufnahmevermögen von Nahrung, bzw. die Verwertung der Nahrung, in Magen bzw. Darm so beeinflussen, dass das Übergewicht reduziert wird. Zu den Details...
In der sogenannten Adipositas-Chirurgie unterscheidet man zwei unterschiedliche Eingriffe nach ihrer Wirkung.
Zum einen restriktive Eingriffe, welche die Nahrungsaufnahme bzw. die Aufnahmekapazitäten des Magens verringern. Dazu zählen Magenverkleinerungen wie Magenband, Magenballon (Gastroplastiken allgemein).
Zum anderen malabsorbtive Eingriffe, die eine Verstoffwechselung der aufgenommenen Nahrung verhindern. Dazu zählt der Dünndarm-Bypass. Zusätzlich gibt es noch den Magenschrittmacher, der eher den restriktiven Eingriffen zugeordnet werden kann und den Magen-Bypass, der eine Kombination aus restriktivem und malabsorbtivem Eingriff ist.
Bei allen chirurgischen Eingriffen zur Adipositasbehandlung müssen, aufgrund der eingeschränkten Nahrungs- und Nährstoffaufnahme, VitamineVitamine sind Mikronährstoffe. Sie liefern also keine Energie, sind für den Körper und dessen Stoffwechselprozesse trotzdem unerlässlich. Vitamine sind Stoffe, die für den Körper essentiell sind, die der Körper also nicht selbst herstellen kann. Vitamin D ist deswegen kein Vitamin, denn der Körper kann es selbst produzieren. Man unterscheidet zwei Vitamin-Arten. Wasserlösliche Vitamine (Vitamin C, B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12) und fettlösliche Vitamine (Vitamin A, D, E und K). Wasserlösliche Vitamine können nicht im Körper gespeichert werden, fettlösliche können im Körper gespeichert werden. Als Provitamine werden Vitaminvorstufen bezeichnet, die der Körper in Vitamine umwandeln kann. Dazu gehört zum Beipsiel das Beta-Carotin, dass der Körper zu Vitamin A weiterentwickeln kann.">, Mineralstoffe, Spurenelemente und Eiweiß verabreicht werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann.
2) Expertenfazit
Alle chirurgischen Eingriffe sollten nur bei besonders schwerwiegenden Fällen von Adipositas (Fettsucht mit BMI > 40) zum Einsatz kommen. Bei einem Eingriff sollte das Krankheitsrisiko, verursacht durch das Übergewicht, stets höher sein als das Operationsrisiko.
Chirurgische Maßnahmen sollten wirklich die allerletzte Option für eine Gewichtsreduktion sein. Ärzte und auch Krankenkassen lassen vor einem Eingriff nichts unversucht um diesen zu umgehen. Das ist auch gut so, denn mit den meisten Operationen sind große Risiken verbunden. Nicht nur die Narkose ist gefährlich, auch die langfristige Veränderung der natürlichen Verdauung, bspw. durch einen Bypass, ist nicht ohne erhebliche Nebenwirkungen. In Deutschland ist ein Eingriff deshalb nie ohne langfristige Betreuung durch Psychologen, Ernährungsberater und Fachärzte möglich.
Viele dieser Operationen sind sehr teuer und werden nicht in jedem Falle von einer Krankenkasse getragen. Ein BMI unter 30 (30 Kilogramm pro Quadratmeter) rechtfertigt für die meisten Krankenkassen keinen operativen Eingriff.