Eiweiß ist für den Körper notwendig, denn es ist zum Beispiel wichtiger Bestandteil von Hormonen, Enzymen und Zellwänden. Auch Muskeln bestehen zu einem Großteil aus Eiweiß. Acht der zwanzig verschiedenen Aminosäuren sind für uns Menschen essenziell, das heißt, unser Körper kann sie nicht selber herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen.
Der
Eiweißbedarf eines erwachsenen Menschen liegt bei circa 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Person mit 80 Kilogramm sollte demnach täglich circa 80 Gramm Eiweiß zu sich nehmen. Zum Vergleich: ein kleines Schnitzel (100 Gramm) bringt es auf circa 20 Gramm Eiweiß, ein Glas Milch (0,2 Liter) auf 9 Gramm.
Wie viel Eiweiß im Rahmen einer
Diät gesund ist, darüber wurde in den letzten Jahren viel diskutiert. Überschüssiges Protein, dass der Körper nicht benötigt, wird verstoffwechselt. Im Gegensatz zum Abbau von Kohlenhydraten und Fetten, die ohne Rückstände zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut werden, muss die Aminogruppe der Aminosäuren als Harnstoff entgiftet und über den Urin ausgeschieden werden. Ein gesunder Körper hat damit keine Probleme, schwieriger wird eine sehr eiweißreiche Kost jedoch für Menschen mit Nierenproblemen. Die empfohlene Höchstmenge für Eiweiß liegt bei ca. 2 g / kg Körpergewicht und Tag liegt. Bis zu dieser Menge sind beim Gesunden keine negativen Begleiterscheinungen zu erwarten. Menschen mit Nierenrankungen dürfen jedoch nicht so viel Eiweiß essen.
Neuste
Studien legen nahe, dass ein Eiweißanteil von circa 25 Prozent, kombiniert mit Kohlenhydraten mit einem niedrigen
Glykämischen Index (Glyx) während einer Diät optimal ist.
Bei einer Eiweißdiät wird weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichtet. Es kommen nur Lebensmittel auf den Tisch, die wenige oder keine Kohlenhydrate enthalten. Dazu zählen zum Beispiel Fleisch, Fisch,
Eier, Milch- und Milchprodukte, Nüsse, Fette und Öle sowie Gemüse- und Obstsorten mit einem niedrigen Fruchtzuckergehalt. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln, Brot und Gebäck, Reis, Kartoffeln sowie Obst und Gemüse mit hohem Stärke- bzw. Fruchtzuckeranteil stehen dagegen nicht auf dem Speiseplan.
Traubenzucker (Glukose) ist die kleinste und einfachste Form von Kohlenhydraten und ist der Hauptbrennstoff unseres Körpers. Alle Kohlenhydrate werden bei der Verdauung zu diesen kleinen energiereichen Zuckermolekülen zerkleinert, die von allen Zellen genutzt werden können.
Der Körper zehrt bei einer kohlenhydratarmen
Ernährung zunächst von seinen Glykogen (Glukose-) Speichern. Er speichert etwa 500 Gramm Glykogen, zusammen mit ein bis drei Litern Wasser. Wenn die Glykogenspeicher aufgebraucht werden, wird auch das Wasser ausgeschieden. Das führt zu einer besonders hohen Gewichtsabnahme in den ersten Tagen einer eiweißreichen und kohlenhydratarmen Diät.
Viele Prozesse in unserem Körper funktionieren nur mit Kohlenhydraten beziehungsweise Glukose. So zum Beispiel das Gehirn: Es macht zwar nur etwa zwei bis drei Prozent des Körpergewichts aus, verbraucht aber mehr als 20 Prozent der Gesamtenergie. Unser Gehirn benötigt rund 120 Gramm Glukose am Tag. Eine kohlenhydratarme Ernährung kann daher mit Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und schlechter Laune einhergehen.
Wenn der Zucker im Blut knapp wird, können auch Ketone verbrannt werden. Ketone sind Abfallprodukte des Fettstoffwechsels. Aus den Ketten so genannter freier Fettsäuren stellt der Körper kleinere Moleküle aus Kohlen- und Wasserstoffatomen her. Vor allem in der Leber und im Fettgewebe werden Fette zu Ketonen oder Kentonkörpern umgebaut.
Schaltet der Körper – im Rahmen einer kohlenhydratarmen Ernährung – auf Fett als Alternativbrennstoff um, so spricht man von Ketose. Sie gilt als erreicht, wenn im Blut mehr Ketonkörper als Glukosemoleküle kreisen bzw. wenn über den Urin Ketonkörper ausgeschieden werden.
Bei einer ausgewogenen Diät verliert man hauptsächlich Körperfett. Bei einer „ketogenen Diät“ also einer Ernährungsform, die den Stoffwechsel in die Ketose zwingt, verliert man zu Anfang hauptsächlich Wasser. Daher tritt bei eiweißreichen Diäten Anfangs meist ein hoher Gewichtsverlust auf.
Die häufig geäußerte Vermutung, man müsse nur genügend Eiweiß essen, um bei einer Diät keine Muskelmasse zu verlieren, trifft so nicht zu. Der Muskelabbau ist zwar geringer als bei einer Diät mit niedrigem Eiweißanteil, tritt aber dennoch auf.
Auch die Bodybuilder-Szene setzt auf eiweißhaltige Diäten. Diese, auch als anabole Diät bezeichnete, Ernährungsform verfolgt das Ziel einer möglichst hohen Gewichtszunahme bei gleich bleibendem beziehungsweiße reduziertem Körperfettanteil. Kurzum: Muskelzuwachs. Dabei wird Krafttraining mit einer proteinreichen und kohlenhydratarmen Ernährung kombiniert, abgewechselt mit einzelnen Aufladetagen, an denen Kohlenhydrate gegessen werden.
Strikte Eiweiß-Diäten sind zum Beispiel die
Atkins-Diät oder der
New York Body Plan (David Kirsch Diät). Moderate Eiweiß-Diäten sind die
South Beach Diät,
Strunz-Diät, die
LOGI-Diät,
Mittelmeer-Diät oder
Zone-Diät.