Man isst einen Schoko-Riegel und spätestens eine Stunde später kommt der Heißhunger begleitet von einem Leistungs- und Energieabfall. Das Phänomen lässt sich mit dem Glyx erklären. Der Glykämischen Index (GI oder Glyx) klassifiziert die Kohlenhydrate entsprechend ihrer Wirkung auf den Blutzuckerspiegel.
Der GI wird auf einer numerischen Skala von 0 bis 100 festgelegt, wobei als Standard die Glukose mit einem GI = 100 festgesetzt wird. Je höher der Glykämische Index eines kohlehydrathaltigen Lebensmittels, desto schneller und höher steigt der Blutzuckerspiegel an.
Denn strömt Zucker aus dem Darm ins Blut (Anstieg Blutzuckerspiegel), erhält die Bauchspeicheldrüse das Signal Insulin auszuschütten. Insulin transportiert den Zucker in die Zellen, speichert Fett und verhindert gleichzeitig den Fettabbau von gespeichertem Fett. Auf einen steilen Blutzuckeranstieg folgt auch ein steiler Anstieg des Insulinspiegels. Gute Kohlenhydrate (niedriger Blutzuckeranstieg) bewirken dagegen eine moderatere Insulinantwort. Ein schnelles Anstiegen und Absenken des Blutzuckerspiegels kann zu kurzfristiger Unterzuckerung führen. Die Folgen sind: Heißhunger auf Süßes, sinkende Konzentration und Erschöpfung.
Der Fokus liegt darauf, die richtigen kohlehydrathaltigen Lebensmittel zu essen. Das wird meist in einem einfachen Ampelsystem visualisiert:
Grüne Lebensmittel: mit einem GI von maximal 55 gelten als gut, sie können ohne Bedenken gegessen werden. Darunter fallen z.B. Mehrkornvollkornbrot, brauner Reis, Käsetortellini, Äpfel, Nüsse, Jogurt, Apfelsaftschorle, Fleisch, Geflügel, Fisch.
Gelbe Lebensmittel: mit einem GI von 56-69 gelten als mittelmäßig, sie können in Maßen gegessen werden. Darunter fallen z.B. Müsliriegel, Honig, Ketchup, Orangensaft, Weintrauben, Mais, Pellkartoffeln, Basmati-Reis, Vollkornknäcke.
Rote Lebensmittel: mit einem GI von über 70 sind hochglykämisch, sie können nicht oder nur selten gegessen werden. Darunter fallen z.B. Wassermelone, gekochte Karotten, Salzkartoffeln, Cornflakes, Knäckebrot, Bagel, Weißbrot.
Stark vereinfacht gibt es vor allem Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte (viele Ballaststoffe) aber auch pflanzliche Öle und Nüsse, Vollkorngetreideprodukte, Fisch, Geflügel, Eier und Milchprodukte. Tabu, beziehungsweise nur in geringen Mengen erlaubt, sind Weißmehlprodukte wie Weißbrot, geschälter Reis, Nudeln sowie Kartoffeln und Süßigkeiten.
Die Glyx-Diät nach Marion Grillparzer ist ein 4 Wochen Diätprogramm. Sie beginnt mit drei Fatburner-Suppentagen, gefolgt von einer Fatburner-Woche bei der es 3 Hauptmahlzeiten und bei Hunger 2 Zwischensnacks gibt. In dieser Anfangsphase ist die Kalorienzufuhr stark reduziert, auf circa 1.000 kcal täglich. Danach soll die restliche Zeit im Baukastensystem gegessen werden, weiter 3 bzw. 5 Mahlzeiten, die aus dem Rezeptteil zusammengestellt werden können. Kalorienangaben werden zu den Rezepten nicht gegeben. Nach Esssünden soll ein Fatburner-Suppentag eingelegt werden. Zudem werden Tipps zu Entspannung und Sport (ein Trampolin- und Muskelworkout Programm) sowie zum gesunden Trinkverhalten gegeben. Die im Diätbuch vorgestellten Fatburner-Lebensmittel und ihre Wirkungen sind wissenschaftlich größtenteils nicht haltbar.
Das GX-Diätbuch von Prof. Hamm beinhaltet keine konkreten Wochenpläne, nur ein Beispiel für einen GLYX-Tagesplan. Orientierung bei der Zusammensetzung der Ernährung gibt seine GLYX-Lebensmittelpyramide. Die Basis bilden danach Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst. Die Ernährung ist eiweiß- und kohlenhydratreich, aber fettarm. Bei Michael Hamm stehen fünf Mahlzeiten mit insgesamt circa 1.400 kcal auf dem Tagesplan. Zusammengesetzt aus ungefähr 12% Fett, 30% Eiweiß und 55-60% Kohlenhydraten. Hamm setzt bei einigen Rezepten in seinem Buch das Nahrungsergänzungsmittel Almased ein. Die Zubereitung der Hauptmahlzeiten ist recht zeitaufwendig und nimmt circa 30-45 Minuten in Anspruch.