Nach der fernöstlichen Philosophie der Makrobiotik besteht alles aus sich ständig bewegender Energie die durch unseren Körper fließt. Diese Energie soll durch die makrobiotische Ernährung in ein dynamisches Gleichgewicht gebracht werden. Um diese innere Harmonie zu erreichen, müssen nach der Makrobiotik die beiden Energien Yin und Yang im Einklang sein.
Yin ist die auseinander strömende Kraft und Yang die zusammen fließende Kraft. Alle Lebensmittel werden Yin und Yang zugeordnet und sollen sich gegenseitig ergänzen. Das Verhältnis in der Ernährung zwischen Yin und Yang soll 5:1 sein, 5 Anteile Yin-Lebensmittel und 1 Anteil Yang-Lebensmittel.
Bei der makrobiotischen Ernährung stehen pflanzliche Lebensmittel wie Vollkorngetreide und Naturreis im Vordergrund, dicht gefolgt von einem hohen Gemüseanteil. Obst gibt es nur in geringen Mengen, wenn dann vor allem als Kompott oder Trockenobst. Gegessen wird nur wenn man hungrig ist und 3 Stunden vor dem Einschlafen gar nicht mehr.
Der Kohlenhydratanteil ist sehr hoch zu Lasten des Eiweiß- und Fettanteils. 50-60% der Ernährung bestehen aus Vollkorngetreide, 25-30% aus Gemüse und nur 15 % aus Fett.
Im Detail sieht die makrobiotische Ernährung wie folgt aus:
- 50% Vollkorngetreide: Reis, Buchweizen, Dinkel, Weizen, Hafer, gelegentlich Vollkornnudeln, Bulgur, Couscous etc. gelegentlich ergänzt durch Seitanprodukte oder Fu (Weizengluten).
- 30% gekochtes, gebratenes oder sautiertes Gemüse: überwiegend aus der Region, z. B. Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Hokkaido-Kürbis, Fenchel, Spinat, Mangold, jedoch keine Nachtschattengewächse wie Tomaten, Paprika, Auberginen oder Kartoffeln.
- 10% Hülsenfrüchte: Azukibohnen, Kichererbsen, Kidneybohnen, Linsen, weiße Bohnen, etc. gelegentlich ergänzt durch Tofu oder Tempeh (feste Masse aus Sojabohnen).
- 5-10% Meeresgemüse / Algen: Kombu, Wakame, Dulse, Hijiki, Arame, Mekabu, Nori, etc.
- 5-10% Suppen: im Sommer leichte, im Winter eher deftige Suppen, jeweils mit Miso (milchsauer vergorene Paste aus Sojabohnen, Getreide und Salz) und / oder Shoyu / Tamari (eine Sojasoße).
Das Gemüse darf nur in gekochter Form (keine Rohkost) und mit viel Salz gegessen werden. Zusätzlich werden täglich kleine Mengen sauer eingelegtes Gemüse (Pickles), gelegentlich Nüsse (Haselnüsse, Walnüsse) oder Trockenfrüchte (Aprikosen, Rosinen, Pflaumen), einheimisches Obst (Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, etc.) als Dessert genannt.
Gelegentlich (ein bis 3mal pro Woche) gibt es Fisch (keine weißfleischige Sorten oder Krabben). Fleisch, Eier und Milchprodukte sind nur selten erlaubt, da sie laut der makrobiotischen Lehre zu viel Eiweiß und Fett liefern. Wasser, Säfte oder Tees sollen erst dann getrunken werden, wenn ein übermäßiges Durstgefühl auftritt.
Was die Empfehlungen für die Aufnahme von Flüssigkeiten angeht, besteht ein radikaler Unterschied zu anderen Diätformen. Insbesondere bei allen westlich orientierten Diäten ist eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit, meist circa 2 Liter Wasser täglich, fester Bestandteil.
Bei der radikalen Makrobiotik-Form der Kushi-Diät wird nur wenig Flüssigkeit zu sich genommen. Die gemäßigte Form der Kushi-Diät umfasst Vollkorn- und Getreideprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Soja. Tierische Fette sind komplett gestrichen und pflanzliche Fette nur in reduzierter Form erlaubt. Grundsätzlich zu meiden sind bei der makrobiotischen Ernährungsweise Schweine- und Rindfleisch, Geflügel, Milch, Milchprodukte, Zucker, rohes Obst, Kartoffeln und Tomaten
Zusätzlich zu der erlaubten Lebensmittelauswahl legt die makrobiotische Philosophie noch einige Verhaltensänderungen ans Herz:
- Jeder Bissen soll gründlich gekaut werden, mindestens 50-mal.
- Eine gute Sitzhaltung am Tisch einnehmen und Dankbarkeit gegenüber dem Essen verspüren.
- Lange Bäder oder Duschen vermeiden, da sie die Mineralien im Körper mindern sollen.
- Morgens und/oder abends den gesamten Körper mit einem heißen feuchten Handtuch abreiben, bis die Durchblutung der Haut angeregt ist (heißt: bis die Haut gerötet ist). Dies soll den Energiefluss anregen.