Im Prinzip handelt es sich bei der Martha Vineyard Diät um eine modifizierte Fastenkur. Im Gegensatz zum puren Fasten oder einer Nulldiät, erhält der Körper hier Vitamine, Mineralien sowie eine, wenn auch geringe, tägliche Zufuhr an Kalorien aus Obst und Gemüse. An essentiellen Fetten und Eiweißen, beides wichtig für eine gesunde Diäternährung, fehlt es jedoch.
Zum dauerhaften Abnehmen ist eine solche Entgiftungsdiät nicht geeignet, da der Gewichtsverlust vor allem aus dem Abbau von Muskelmasse und dem Ausscheiden von Wasser stammt und nach Beenden einer solchen Diät die Kilos schnell wieder drauf sind. Die 21 Tage Hungerleid und eine Ernährung nur durch Flüssigkeit sind eine arge Tortur, wenn das Diätergebnis nicht von Dauer ist.
Die Behauptung der Autorin, dass unser Körper Giftstoffe, aufgenommen durch Ernährung, Getränke und aus der Umwelt, nicht abbauen kann, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Wir haben ein sehr gut funktionierendes köpereigenes Entgiftungssystem: Nieren und Leber schwemmen Giftstoffe aus.
Das Essen von Gemüse ist sicher wichtig, damit unser Körper optimal entgiften kann. Es gibt aber keinen Grund und auch keinen Vorteil, warum Gemüse in flüssiger Form zugeführt werden soll. Im Gegenteil: Obst und Gemüse in ihrer natürlichen Form, nicht püriert oder als Saft, sind am Besten. Kauen, verdauen, Nährstoffaufnahme sind wichtige Vorgänge für den Magen und Darm.
Flüssige Nahrung ist für die Meisten auch nicht so sättigend wie eine feste Ernährung. Hinzu kommt eine sehr geringe Kalorienzufuhr, die Hunger aufkommen lässt. Das es während der Diät zu Begleiterscheinungen wie Schwindel, Kopfschmerzen etc. kommen kann liegt weniger an der Entgiftung, wie von der Autorin behauptet, sondern eher an der einseitigen Kalorienzufuhr.
Die Integration der Diät in den Alltag ist schwierig, denn zum einen benötigt man Küchengeräte wie Entsafter, Mixer, etc. und zum anderen muss alle zwei Stunden etwas aus frischem Gemüse zubereitet werden. Besonders problematisch ist das außer Haus essen im Restaurant oder auf Reisen.
Die Suppen sind sicher für die Meisten ohne Probleme essbar. Aber mehrmals am Tag zu trinkenden Gemüsesäfte sind geschmacklich nicht jedermanns Sache. Viele werden einen Drink aus Sellerie, Spinat und Grünkohl nicht genießen können.
Die Diät setzt zudem stark auf den Kauf von diversen Nahrungsergänzungsmitteln und Behandlungen, die den „Reinigungs- und Entgiftungsprozess“ unterstützen sollen, wie spezielle Beeren- und Gemüse-Mischungen. Der Hollywood Star Angelina Jolie soll angeblich derzeit, zur Vorbereitung auf die nächste Filmrolle, die Martha’s Vineyard Diät durchleiden.
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