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Dünndarm-Bypass

Ist das Übergewicht sehr hoch, kann ein Dünndarm-Bypass in Frage kommen. Bei einem Dünndarm-Bypass, auch Malabsorption genannt, wird die Nährstoffaufnahme aus dem Essen gemindert. Dafür werden Teilbereiche des Dünndarms (bis zu 3,5 Meter), der hauptverantwortlich für den Transport von Nährstoffen ins Blut ist, durch Abtrennung oder Entfernung funktionsunfähig gemacht. Übrig bleiben 50 Zentimeter Dünndarm für die Verwertung der aufgenommenen Nahrung.

Gesamtbewertung

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Wirkung/schneller Erfolg

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kein Hungergefühl

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Einfach durchzuhalten

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Einfach zu verstehen

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wenig Einschränkungen

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zum Auswärtsessen geeignet

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gesundheitlich bedenklich

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Inhalt des Diätprofils

  1. Wirkungsweise
  2. Expertenfazit

Wirkungsweise

Operativ gibt es für einen Dünndarm-Bypass zwei Methoden:

Beim Jejuno-Collischen Bypass wird der Anfang des Dünndarms direkt mit dem darauf folgenden Dickdarm verbunden. Somit werden fast der ganze Dünndarm und ein Teil des Dickdarms deaktiviert.

Beim Jejuno-Ilealen Bypass wird nur der vordere Teil des Dünndarms mit dem hinteren Teil des Dünndarms verbunden. Dadurch ist nur der Mittelteil des Dünndarms inaktiv.

Die Umgehung des Dünndarms darf maximal ein Jahr beibehalten werden und wird nur für schwerstgewichtige Menschen eingesetzt (200 Kilo und mehr). Oft ist zusätzlich eine Magenverkleinerung nötig.

Der Dünndarm-Bypass als Art der Adipositas (Fettsucht)-Behandlung ist mit sehr vielen Nebenwirkungen verbunden: Es kann, durch die Abkopplung der Nährstoffversorgung, zu erheblichen Mangelerscheinungen kommen. Dies kann Leber- und Nierenversagen herbeiführen.

Die, durch den verkürzten Dünndarm, sehr rasche Darmpassage der Nahrung geht mit einer erhöhten Anzahl täglicher Stuhlentleerungen einher, was sehr unangenehm sein kann. Auch das Risiko der Operation selbst ist sehr hoch. Der Dünndarm-Bypass gilt deshalb heute als überholt und wird kaum noch angewendet.

Expertenfazit

Alle chirurgischen Eingriffe sollten nur bei besonders schwerwiegenden Fällen von Adipositas (Fettsucht mit BMI > 40) zum Einsatz kommen. Bei einem Eingriff sollte das Krankheitsrisiko, verursacht durch das Übergewicht, stets höher sein als das Operationsrisiko.

Chirurgische Maßnahmen sollten wirklich die allerletzte Option zum Abnehmen sein. Ärzte und auch Krankenkassen lassen vor einem Eingriff nichts unversucht, um diesen zu umgehen. Das ist auch gut so, denn mit den meisten Operationen sind große Risiken verbunden.

Nicht nur die Narkose ist gefährlich, auch die langfristige Veränderung der natürlichen Verdauung, bspw. durch einen Bypass, ist nicht ohne erhebliche Nebenwirkungen. In Deutschland ist ein Eingriff deshalb nie ohne langfristige Betreuung durch Psychologen, Ernährungsberater und Fachärzte möglich.

Viele dieser Operationen sind sehr teuer und werden nicht in jedem Falle von einer Krankenkasse getragen. Ein BMI unter 30 (30 Kilogramm pro Quadratmeter) rechtfertigt für die meisten Krankenkassen keinen operativen Eingriff. Bypass-Operationen werden teilweise erst ab einem BMI über 45 oder einem Gewicht von 200 Kilogramm durchgeführt.