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Eiweißdiät und Ballaststoffe

Ende der 60er Jahre boomte sie, die Eiweißdiät. Viele Prominente hielten die Eiweißdiät für das Non plus Ultra – im täglichen Kampf gegen die Pfunde.


Gerade in der Anfangszeit der Eiweißdiät scheinen die Kilos nur so zu purzeln – schnell abnehmen wird hier leicht gemacht. Das Ganze basiert auf einem einfachen Wirkungsprinzip. Auf der Suche nach Energie sucht sich der menschliche Körper den einfachsten und bequemsten Weg – der führt über Kohlenhydrate. Kein anderer Energieträger lässt sich leichter aufspalten. Bei einer Eiweißdiät werden Kohlenhydrate gar nicht oder nur in kleinen Mengen konsumiert. Die Folge: Die Energiekralle des Körpers greift ins Leere. Um seinen Hunger zu stillen, widmet er sich rasch anderen Energieträgern. Seine zweite Wahl fällt auf die Fettreserven – bei diesem Weg schlägt das Herz eines Abnehmwilligen sofort um einige Takte schneller und lauter.

Eiweißdiäten sind oft ballaststoffarm

Endlich, geht es den ungeliebten Fettdepots an den Kragen. Oft wird diese Diät noch durch Ballaststoffe ergänzt, was sie noch effektiver macht. Eigentlich ist die Zunahme der Ballaststoffe nicht ganz linientreu, wie man so schön sagt. Denn Ballaststoffe sind komplexe Kohlenhydtrate. Allerdings sind die positiven Wirkungen der Ballaststoffe für eine Eiweißdiät nicht kompensierbar.

Sie regen die Darmtätigkeit an und beschleunigen so die Enfernung von Abfallprodukten. Leider gehören die anfänglichen Erfolgsspitzen der Eiweißdiät bald der Vergangenheit an, da sich der Organismus allmählich an die neue Energieverwerung anpasst.

Wie alle einseitigen Ernährungskonzepte hat auch die Eiweißdiät ihre Schwächen. Große Gefahr besteht in einer Mangelernährung. Dem Körper gelingt es sehr schlecht, die fehlenden Kohlenhydrate über einen längeren Zeitraum adäquat zu ersetzen. Auch die zugeführten Ballaststoffe sind auf Dauer kein ausreichender Ersatz. Denn es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten, die alle unterschiedliche Funktionen im Körper übernehmen.

Ballaststoffe und ihre Funktion

Ballaststoffe bestehen ausschließlich aus pflanzlichen Bestandteilen und werden nicht für die Energiegewinnung verwertet. Eine so genannte Nulldiät wirft aber noch ein größeres Problem auf. Der Körper weiß nicht, dass die Person nur über einen bestimmten Zeitraum auf Kohlenhydrate verzichtet. Er befindet sich in dieser Zeit in einer Art Alarmstellung und fährt seinen Stoffwechsel auf Sparflamme – er möchte ja überleben.

Alles geht einmal zu Ende -auch eine Eiweißdiät. Jetzt kommt oft das große Erwachen. Der Organismus fährt seinen Stoffwechsel wieder hoch und schnappt sich alles an Energie, die ihm vor die Augen kommt. Er will für neue Hungerzeiten vorsorgen. Wie sich der Vorgang wieder bemerkbar macht, kennen alle: Der JoJo-Effekt lässt grüßen.