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Essstörung Binge Eating Disorder

Viele Menschen leiden unter einer Essstörung. Sehr weit verbreitet, mehr noch als Anorexie und Bulimie, ist die Binge Eating Disorder, kurz BED. Der Begriff stammt aus den USA und steht für eine Essstörung, bei der Betroffene in kurzer Zeit ungeheure Mengen an Essen in sich hineinstopfen.


Allein in den USA leiden circa 15 Millionen Mensch unter einer Binge Eating Disorder. „Binge“ bedeutet im Englischen „(Fress)-Gelage“ und genau das machen die Betroffen: Ein Ess-, oder zutreffender: Fress-Gelage, bei dem alles gegessen wird, was einem unter die Finger kommt .

Binge Eating
Essstoerung|istockphoto.com/madtwinsis|www.istockphoto.com/stock-photo-975137-good-and-bad-inner-voices.phpIm Gegensatz zur Bulimie, erbrechen die Binge-Eater aber nicht danach und unternehmen nichts, um dem exzessiven Essen entgegen zu wirken.

Wer leidet unter Binge Eating Disorder?

Meist sind an der Binge Eating Disorder erkrankte Menschen übergewichtig oder adipös. Aber auch normalgewichtige Menschen können darunter leiden. Bei Ess-Störungen, egal welchen, handelt es sich immer eine Krankheit, nicht um einen bestimmten Lebensstil. Betroffene finden im Thema Essen ihre Hauptbeschäftigung, die oft zur regelrechten Obsession wird.

Meist liegen die Ursachen von Ess-Störungen in psychologischen, emotionalen, zwischenmenschlichen, sozialen oder auch biologischen Faktoren. Menschen mit einer Binge Eating Disorder waren häufig bereits in jungen Jahren übergewichtig. Sie leiden zudem oft unter dem Jojo-Effekt, einem ständigen auf und ab des Gewichts. Es kann in jeder Altersgruppe auftreten, besonder häufig ist es aber bei Menschen zwischen 46 und 55 Jahren zu finden.

Was ist eine Binge Eating Disorder?

Es werden große Mengen an Essen verzehrt, die Nahrungsaufnahme gerät vollkommen außer Kontrolle. Es wird schnell und eher im „geheimen“ zu Hause gegessen bis zu dem Gefühl des Unwohlseins. Nach dem Binge Eating ist dies den Betroffen meist peinlich, sie plagen Schuldgefühle.

Nun leidet nicht jeder, der sich mal auf einer Party oder an einem Buffet gehen lässt, gleich an einer Binge Eating Disorder. Man spricht von einer Essstörung, wenn die Essgelage mehr als zwei- bis dreimal wöchentlich, über einen Zeitraum von sechs Monaten auftreten. Woher diese Essstörung kommt, weiß die Wissenschaft noch nicht. Chemische Reaktionen im Gehirn scheinen die Essgelage auszulösen. Fest steht jedoch, dass mindestens die Hälfte der Betroffenen depressiv ist oder war. Häufig ist auch eine lange „Diät-Geschichte“ bei Betroffenen zu beobachten.

Was tut man gegen eine Binge Eating Disorder?

„Reiß Dich mal zusammen“ oder „Iss weniger“ funktioniert bei den Betroffenen natürlich nicht. Bei der Behandlung einer Binge Eating Disorder ist eine betreute Therapie durch Psychologen, Psychiater oder Sozialarbeiter notwenig.

Meist werden Kombinationen aus kognitiver Verhaltenstherapie (Umgang mit sich selbst, v.a. in schwierigen Situationen), Psychotherapie (Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen) und der Einnahme von Anti-Depressiva (Gegen die Depressionen) angewendet. Die Kombination mit einer betreuten Diätkur, mit dem Ziel der Gewichtsreduzierung und vor allem dem Erlernen eines gesunden Essverhaltens, unterstützt die Therapie.

Wer hilft bei einer Binge Eating Disorder?

Wer selbst an einer Binge Eating Disorder leidet oder wer Betroffenen im Familien- oder Bekanntenkreis helfen will, der findet auf den folgenden Seiten Rat und Unterstützung:

Bücher zum Thema Binge Eating sind:

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