Sinnvolle Diät (Kalorien zählen + Sport)?
Servus,
ich habe deutlich zu viel Gewicht. Ich wiege 100 Kilo, bin 21 Jahre alt und 175 cm groß. Ich habe bereits angefangen meine Ernährung und mein Sportverhalten umzustellen, allerdings sehe ich bislang keinen Erfolg. Ich denke zwar, dass das nach einer so kurzen Zeit auch normal ist, aber dennoch möchte ich sichergehen, dass es in die richtige Richtung geht. Ich habe einen Bürojob, von daher im Berufsleben eher wenig Bewegung.
Ich gehe seit 2 Wochen wieder in's Fitnessstudio. 3 mal die Woche, eigentlich hauptsächlich Cardio. Eine Trainingseinheit sieht eigentlich so aus, dass ich 30-40 Minuten in einem schnellen Tempo mit dem Cardio unterwegs bin. Laut dem Display sind das immer zwischen 800 und 1000 Kcal die dabei drauf gehen (ist das nicht etwas viel?).
Meine Ernährung habe ich erst vor einigen Tagen 'bewusst' verändert. Habe angefangen Kalorien
zu zählen. Ich habe mir als Grenze 1600-1800 kcal pro Tag gesetzt und ich denke auch, dass ich das durchziehen kann. Laut den Online Rechnern liegt mein Kaloriengrundumsatz bei etwa 2200 und mein Energiegesamtbedarf bei etwa 3100 kcal.
In der Zeit nach dem Aufstehen bis 13 Uhr esse ich 3 bis 4 Scheiben Roggenmischbrot (285 bis 380) mit Butter (240 bis 320 (wobei das die Durchschnittsangabe ist, ich esse sehr wenig Butter)) mit jeweils zwei Scheiben Magerputenbrust (60 bis 80). Damit bin ich bei etwa 585 bis 780 kcal. Meistens arbeite ich bis 15 Uhr. Egal ob ich an dem Tag trainieren gehe oder nicht, ich esse danach erst wieder zu Abend (meistens so früh es geht, 16:30 bis 17:30 Uhr). Ich versuche die Mahlzeiten zwischen 600 und 700 kcal zu halten (ist oft, aber nicht immer, möglich). Also bin ich in der Regel nach dem Essen bei 1235 bis 1430 kcal. Zu trinken gibt es ausschließlich Wasser mit Geschmack (9 kcal pro 100 ml, ich rechne pro Flasche trotzdem mit 150 kcal) zwischen 2 und 3 Litern, also 200 bis 300 kcal. Womit ich bei 1485 bis 1680 kcal bin. Manchmal verspüre ich sehr starke Gelüste nach etwas süßem. Da achte ich aber darauf, dass dies nicht mehr als 200 kcal umfasst. Manchmal einen Quark (unter 100 kcal), Götterspeise (unter 100 kcal) oder halt auch eine Stulle mit Nutella (mit sparsamen Aufstrich etwa 150 bis 200 kcal, je nach Größe der Scheibe). Also liegt mein Worst Case bei etwa 1850 kcal.
Macht es überhaupt Sinn, was ich da durchziehe? Es fällt mir jetzt nicht gerade leicht, aber auch nicht unbedingt schwer in diesem Bereich zu bleiben. Wenn es sein muss, muss ich mich halt dazu zwingen noch mehr zu streichen, wobei dann das Abbruchsrisiko wieder ansteigt.
Könnt ihr mir da ein paar Infos geben? Möchte das wirklich auf lange Zeit durchziehen. Mein Traumgewicht wären 80 Kilo, allerdings wäre ich auch schon sehr froh zwischen 85 und 90 Kilos zu wiegen. Also mindestens 10 Kilo sollten drin sein. Darf ich da optimistisch sein, oder ist mein 'Plan' der letzte Dreck?
Ich freue mich wirklich auf eure Antworten und hoffe, dass ihr dazu was sagen könnt. Gerne auch eigene Tipps und Erfahrungen preisgeben. Habe mich schon ein wenig umgesehen und ich finde das Forum wirklich hilfreich. Aber ein spezieller Fall benötigt spezielle Hilfe, hehe.
Liebe Grüße
Nakamura
ingolemo
am 10.08.2011
15:05 Uhr
Hallo Nakamura,
erstmal Gratulation zu Deinen beiden wichtigsten Entscheidungen - der Erkenntnis abnehmen zu wollen und den ersten Schritten zur Umsetzung.
Aufgrund Deiner Daten liegt Dein BMI im Augenblick bei 32,7. Wenn Du unter die 25er Marke möchtest, heißt das mind. 25kg weg. Das könntest Du in ca. 1 Jahr schaffen. Ich finde es allerdings gut, dass Du Dir kleine Schritte (10kg) als Ziel setzt. Ich würde Dir empfehlen nicht nur auf Waage und BMI, sondern z.B. auch THV zu achten, da Du mit dem Sport Muskeln aufbaust und die schwerer sind als die Ringe. Einen guten Rechner für beides findest Du hier: http://www.calamando.com/BMI-Rechner;649.html
Bei Deinem Grundbedarf stimme ich in etwa zu (ca. 2.170), den PAL-Faktor mit über 1,4 für eine einfache Büroarbeit anzusetzen finde ich zu hoch, 1,3 sind wohl eher geeignet (=2.820)
Das ganze auf Dein mögliches Endziel von 75kg berechnet heißt das 1.830 bzw. 2.370 kcal pro Tag, ohne den Sport mit einzuberechnen.
Damit liegst Du im Moment bei einem Defizit von über 1.000 kcal pro Tag und Du müsstest pro Woche ca. 1 kg abnehmen (Faustformel: um 1 kg abzunehmen muss man 7.000 kcal eingespart). Aber Du steuerst damit in die direkte Falle des Hungermodus und des späteren Jojo-Effekts. Meine Empfehlung um das zu vermeiden: Kalorienzufuhr im Augenblick bei mindestens Grundumsatz (2.200 - 2.300) halten und mit der Zeit und dem Gewichtsverlust stufenweise senken, allerdings nicht unter 1.800.
Wenn ich mir Deinen Speiseplan ansehe, abgesehen das er mir nicht ausgewogen erscheint, muss ich mich fragen, wie sehr Dich das stresst oder wie viel Kampf dabei ist? Wie willst Du eigentlich nach Deinem erreichten Ziel weitermachen?
Aus meiner eigenen Erfahrung kann man sich über einen gewissen Zeitraum zu etwas "zwingen", aber je länger es dauert, um so schwieriger und frustrierender kann es werden und irgendwann kommen die Koller und Frustattacken. Um das zu vermeiden habe ich damit angefangen mir zu überlegen und aufzuschreiben was ich mir bisher reingezogen habe und was ich in Zukunft essen möchte. Seit 1.4. schreibe ich auch noch ein Tagesprotokoll. (Beides habe ich mir als Vorlage bei der gleichen Adresse wie oben runtergeladen)
Das kostet zwar alles Zeit, aber bringt durch die Auseinandersetzung mit sich selbst und den Lebensmitteln mehr für die Zukunft.
Meiner Ansicht nach gibt es keine Patenlösung, sondern nur den individuellen Weg, bei dem allerdings viel Dinge wie Ernährungsinfos, Tipps Tricks, NEM, Diäten, usw. mit einfließen dürfen.
So, das mal zum Einstieg. Lass es Dir Durch den Kopf gehen und wenn Du mehr wissen möchtest, frag einfach.
lg ingolemo
ingolemo
am 12.08.2011
12:38 Uhr
Hi Nakamura,
hoffentlich habe ich Dich nicht frustriert!? Mit Deiner Idee, Sport und Ernährungsveränderung, bist Du prinzipiell auf dem richtigen Weg. Mir sind da noch ein paar Dinge eingefallen, die Dich eventuell weiterbringen.
Sport: Wenn Du im Studio Cardio machst, sorgt Dein Trainer dafür, dass das im aeroben Bereich abläuft? Den nur so kann Fett zur Energiegewinnung herangezogen werden. Zudem muss Dein kataboler (abbauender) Fettstoffwechsel für den Sport aber auch generell angekurbelt werden, da er ja bisher nicht wirklich gebraucht wurde und ziemlich brach liegt. Was mir dabei sehr geholfen hat war Calup, das auf Erhöhung der Fettverbrennung beim Sport abzielt. Siehe auch http://www.abnehmen.net/forum/diaeten-abnehmen/ernaehrung/erfahrung-mit-sinoa-und-calup
Ernährung: Kalorienzählen ist für die Tagesbilanz zwar in der Regel ok, aber es kommt auf die Lieferanten (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) an. Extrembeispiel wäre 2.000 kcal am Tag mit einfachen Kohlenhydraten (Zucker) oder Proteinen zu decken. Beides wäre fatal. Damit die Fettreserven angegriffen werden können, müssen mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: a. Vermeidung des Hungermodus und b. ausgewogener, niedriger Insulinspiegel. Ersteres habe ich bereits erwähnt. Ein niedriger Insulinspiegel ist notwendig, da Insulin aktiv die Freisetzung von Fettsäuren verhindert. Erreichen kannst Du das, indem Du die Menge pro Tag reduzierst und auf Lebensmittel mit komplexen KH umsteigst. Ganz verzichten würde ich nicht empfehlen, da unser Gehirn nur mit Zucker funktioniert. Tipp von mir, sinoa. Bewahrt mich u.a. vor meinen abendlichen Naschereien. Damit wären wir aber auch schon wieder an dem Punkt wie Du Dich in Zukunft ernähren möchtest. Du wirst nicht umhinkommen Dich damit zu beschäftigen.
NEM: Auch wenn die Nation hierbei gespalten ist, sinnvoll eingesetzt können sie uns die notwendigen Dienste leisten. Da Abnehmen und Sport immer auch mit physischem Stress verbunden ist, hier ein paar Hinweise: Selen + ACE (Kaps. - DM), Vit.C (Pulver/Kaps. - DM/Schlecker), Vit. C + Zn in der Winterzeit, Multivit. ab und zu, Magnesium nach Bedarf, Vit. E ab 400IE (Kaps. - Aldi, DM, Müller)
So, das war die zweite Runde in Kürze. Bringt's Dir was?
lg ingolemo