Abnehmen Schrothkur
essattacken – ein tabu?
Verfasst von
limba
am 13.11.2008
02:24 Uhr

essattacken – ein tabu?

hallo zusammen – kennt ihr das?

ausgelöst durch diffuse empfindungen, komplizierte situationen, überforderung oder stress. dann, wenn man sich und seinen körper nicht mehr richtig spürt und verloren ist. beginnt der k(r)ampf die sinn- oder auswegslosigkeit zu füllen mit essen.
bei mir sind das beispielsweise müsli-attacken. obwohl ich ein absoluter müsli-fan bin, wird dies in solchen momenten mein grösster feind, ein monster, von dem ich besessen bin. ich kann dann davon unmengen essen bis sich meine "nerven" beruhigt haben. bis dieser zustand jedoch eintritt , hab ich eine riesen kalorienbombe vertilgt, so dass ich davon innert kürze 1-2 kg zunehme. denn in solchen momenten kann ich bis zu 200 g essen bis sich die sättigung einstelt, denn ich bin wie "taub" gestellt. dumpf, wertlos. danach bin ich ca. 6 h platt, kann mich kaum noch bewegen und sicher nix mehr essen. aber das ist ja nicht das ziel der ernährung. was bedeuten diese anzeichen? was sind das für anzeichen in "stress"-situationen? was spielen die nerven für ne rolle? mich beunruhigt das sehr und es stimmt mich immer wieder traurig, wenn "es" mich überkommt ... 

ich wiege trotz der attacken 57/58 kg (1.68 m). klar, peanuts. ich esse immer genug und ausgewogen. bin kein pizza und teigwaren-fan... ich liebe gemüse, kartoffeln, müsli (heiss ;-), äpfel, salate, fisch, rezenter käse, jogurt. ich bin fit, aktiv und gesund (klettern & laufen regelmässig). es muss psychische ursachen haben und ein tiefer reflex, der hier mitwirkt und mir immer wieder (je nach stressfaktor 1-2-3 mal die woche) einen strich durch die rechnung macht. ich koche oft und gerne, bin sehr experimentierfreudig und versuche nie einfältig zu kochen. ein gebäck oder dessert gönn ich mir auch ab und zu. daher denke ich, dass mein essverhalten absolut okay ist. bis zu diesen "schlägen", wo ich mich dann wie ein stück letzter dreck vorkomme und das essen zu etwas benutze, wofür es nicht gedacht ist. dann wenn meine psyche "spuckt" – ich nix mehr spüre und die subtilen sensoren zerstört sind.

in "ruhigen, unbelasteten" zeiten halte ich locker 55/56 kg. mein aktiv-gewicht um sport zu treiben, das leben bewusst wahr-zu-nehmen. das essen als wahre freude zu wertschätzen. doch solche "essattacken" haben da nichts verloren. wenn die attakcen kommen, kostet es mich immer viel kraft um das gekenterte boot wieder auf richtigen kurs zu bringen. das ist enttäuschend, anstrengend und ich verzweilfe zeitweise schier, da ich doch so gerne auf dem "bewussten, klaren" Weg bleiben möchte. denn das ist der weg, den ich gehen will. 

was sin deure gedanken dazu?
habt ihr mit "emotionalem essen" ähnliche erfahrungen gemacht? habt ihr methoden/wege gefunden, damit umzugehen? 

besten dank & liebe grüsse!

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luna
am 13.11.2008
14:25 Uhr
Hi Limba, ich kann das so gut nachvollziehen. Bei mir kommen die Essattacken aber nicht durch Stress, sondern wenn ich traurig und unglücklich bin oder mich allein fühle. Manchmal ist es auch ein einfach nur unglücklich fühlen, ohne das ich dafür einen bestimmten Grund benennen könnte. Wenn ich diese Essattacken habe, dann esse ich erst Herzhaftes (Käsebrot oder was Warmes) und danach brauche ich noch was Süßes (Schoki oder Kekse). Und das wiederholt sich teilweise sogar mehrmals. Mit dem Ergebnis, dass ich danach wirklich unangenehm voll bin und vor allem total unzufrieden mit mir selbst. Im Gegensatz zu Dir habe ich leider nicht das Glück, dabei auch noch mein gewicht zu halten. Ich habe mich so über die letzten 7 Jahre (bin jetzt 25) auf mittlerweile 95 Kilo hochgegessen (bei 1.62m). Ich habe schon öfters versucht diesen Teufelskreis zu durchbrechen, aber bisher war das nur mässig erfolgreich. Ich habe mir jetzt vorgenommen eine Art Ernährungstagebuch zu schreiben. Das hat mir auch meine Ärztin empfohlen. Und da nicht nur einzutragen was ich esse, sondern vor allem auch warum. Ich schreibe meine Stimmung auf, und trage die Gründe ein. Ich mache das jetzt seit 2 Wochen und hatte seitdem nur einmal einen kleinen "Rückfall". Als es mich "überkam" habe ich dann aufgeschrieben, warum ich mich nicht gut fühle. Das hat recht lang gedauert und, so blöd es klingt, ich glaube ich habe über dem ganzen Nachdenken und mich selbst analysieren, ganz vergessen zu essen. Mal schauen wie das funktioniert, ich muss nur eben wirklich zwingen mich nicht meinen negativen Gefühlen hinzugeben, sondern in Aktion zu treten und die Gefühle aufzuschreiben. Vielleicht wäre das ja auch was für Dich? Meine Ärztin meinte noch, man kann diese negativen Emotionen auch ganz bewusst mit etwas anderem als essen kompensieren, z.B. indem man Joggen geht oder eine Runde ums Haus läuft. Aber ich wollte es jetzt ertsmal mit dem Aufschreiben versuchen. Liebe Grüße Luna PS. Übrigens klasse, dass Du so offen damit umgehst!
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Wega1
am 13.11.2008
16:20 Uhr
Essattacken scheinen mittlerweile wirklich einen festen Platz in dem Leben vieler Menschen zu haben. Egal ob sie Übergewichtig sind oder schlank sind wie Du limba. Das ist bedrückend, da es zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt im Leben. Ich glaube dass 200 Gramm Müsli noch keine ausgereifte Fressattacke sind, das sättigt zwar brutal aber Du wirst noch zu einer "humanen" Menge satt. Das heißt, dass dein Körper noch Signale sendet und Du nicht alles vergisst und Unmengen in dich hinein stopfst (Dein Körper kann also noch Stp sagen und Du erhörst es auch). Vielleicht gibt er dir mit den Attacken auch ein Zeichen, dass Dir etwas fehlt. Du sagst zwar, dass Du dich gesund ernährst, doch irgendetwas scheint sich dann immer aufzubauen und auszubrechen wenn es stressig wird. Die Ursache liegt vielleicht nicht in der Unruhe oder im Stress, sondern brodelt schon davor vor sich hin. Eine Unzufriedenheit die dann immer mal (bei Stress) ausbricht aber immer da ist. Ich finde Du hast dass hier ganz berührend aufgeschrieben, was so in dir vorgeht. Das solltest Du auch weiter tun, wie luna das schon gesagt hat, und versuchen der Ursache auf den Grund zu gehen. Wie gesagt, wegen der Menge des essens und deinem Gewicht musst Du dir ja keine Gedanken machen. Aber dass Du dich so unglücklich und wehrlos fühlst ist bedenkenswert. Hoffentlich bekommst Du das Problem rasch in den Griff. Viele Grüße und ich drück die Daumen.
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limba
am 13.11.2008
20:10 Uhr
Genial, ich danke für eure einfühlsamen Beiträge. Das ist Balsam für die Seele. Zu Luna & das Schreiben ... Ich konnte das kurze Zeit durchziehen und es hat mir tatsächlich auch sehr geholfen gehabt. Das regelmässige Tagebuch-Schreiben hat meiner Psyche bewusst Platz gegeben um "nachzukommen". Egal welche Emotionen mich beschäftigten – Freude, Zweifel, Angst – sie hatten ihren Ausdruck und waren platziert. Sie waren somit nicht mehr diffuse Begleiter, welche mir den klaren Blick auf die Dinge verschleierten. Ich versuche es nun wieder in meinen Alltag einzubinden und aufrecht zu erhalten, und den Alltag wieder klarer zu strukturieren. Denn das scheint mir für das Essverhalten grundsätzlich sehr wichtig zu sein. Durch unstrukturierte Abläufe fühlt man sich noch haltloser und spürt sich noch schlechter. Kommt dann noch ne Krise hinzu, ist man sehr schnell wieder in dem alten Strickmuster drinnnen und rührt alles über Bord, um sich bloss irgendwo wieder festklammern zu können. Ich hoffe sehr, dass wir das beide so schaffen, und dass wir uns genug wichtig bleiben, um der Psyche diese Aufmerksamkeit einzuräumen. Ich würd mich sehr freuen, von dir in der nächsten Zeit wiedermal zu zu hören wie es dir mit dem Schreiben ergeht. Ich versuche es auch und vielleicht können wir uns ja gegenseitig ein bisschen Mut machen. Zu Wega ... Ja, zum Glück ist da irgendwo doch noch etwas, das mich irgendwann stoppt. Aber natürlich hab ich auch Angst, dass dies irgendwann durchbricht und es schleichend immer mehr wird, so wie das Luna bei sich beschrieben hat. Denn im Gesamten handelt es sich ja um ein destruktives Verhalten in Krisen-Situationen. Daher ist das Schreiben schon mal sehr positiv, da es ein konstruktiver Weg eröffnet, um mit sich selbst respektvoll umzugehen. Ich denke, das ist ein sozusagen ein weiterer Knack-Punkt. Geduldsam sein mit sich selbst. Und sich immer wieder Zeitfenster schaffen, um Erlebtes nicht über das Essen zu verdauen, sondern anders zu verarbeiten - übers Schreiben, Laufen, etc. ... Wir dürfen unseren Körper nicht als "Feind" betrachten und irgendwie lernen, dass er zu uns gehört und Respekt verdient hat. Denn Denn je wertloser wir uns fühlen – desto heftiger zieht es einem nach unten und die Isolationsgefühle in solchen Momenten werden immer schlimmer. Ich werde mir in nächster Zukunft evtl. auch therapeutische Hilfe holen, um die die Auslöser und denen zu Grunde liegende Ursachen für die grosssen "Spannungen" besser zu durchleuchten. Ich hoffe, das kommt so langsam wieder besser ... Nochmals ganz lieben Dank für eure Rückmeldungen! Ich hoffe, wir "hören" uns bald wieder ... ;-)
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luna
am 14.11.2008
10:14 Uhr
Ja lass uns auf jeden Fall in Kontakt bleiben. Ich mache das mit meinem Aufschreiben auf unbedingt weiter. Und es viel motivierender, wenn man dabei jemanden hat der ein ähnliches Problem hat. Und Du drück mir die Daumen, dass es auch mit meinem Abnehmen klappt :)
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Wega1
am 14.11.2008
12:36 Uhr
Es ist schön, dass wir Dir ein bisschen beistehen können. Man braucht bei sowas auch ein offenes Ohr (bzw. offenes Auge). Ich würde gern hören wie es euch beim Aufschreiben so ergeht. Ich schreibe hier ja selbst ein Tagebuch (http://www.abnehmen.net/forum/diaeten/mein-diaet-tagebuch/wegas-ernaehrungs-tagebuch). Ich hab da nur Kalorienangaben drin, aber werde es jetzt auch mal bissl ausführlicher machen. Wobei ich meine Gefühle( bei, vor oder nach dem Essen) dann auch nicht jedem Preis geben will...
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limba
am 14.11.2008
22:48 Uhr
Klar, ich drück dir die Daumen, dass es gut klappt! Du wirst das auch ganz bestimmt schaffen! Ich bin überzeugt davon. Wenn sich die Attacken längerfristig "beruhigen" kannst du schon sehr zielgerichtet an deinem Ziel arbeiten. Aber nicht verzweifeln wenn's Rückfälle gibt. Meld dich einfach! Und immer mutig bleiben und vorwärts gucken!! ;-) Ich werde auch berichten wie's mir ergeht, die Attacken in den Griff zu bekommen ... Hab immer n offenes Ohr für dich. Bis bald!
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limba
am 14.11.2008
23:10 Uhr
Hi Wega! Danke für den Link. Sehr aufschlussreich und deine Bemerkungen an manchen Tagen könnten auch von mir stammen ;-) Ich hab auch Phasen wo ich's aufschreibe, damit ich ab und zu sehe, was sich da tut und um mir von Zeit zu Zeit n bisschen auf die Finger zu schauen. Ich habe dadurch ein sehr gutes Gefühl für die Mengen erhalten. Ich mach das am Computer und füge am Schluss an manchen Tagen ne Notiz hinzu, wenn was Spezielles war. Wie ne Attacke z.B. oder auch ein gutes Erlebnis ... etc. ... Vielleicht auch ein Weg für Luna? Gratulation zum erfolgreichen Vorankommen! Schön das so zu sehen ...
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MissyL
am 19.11.2008
15:06 Uhr
Bei mir herrschte das Problem, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu essen. Der teller oder die Tüte Chips mussten leer sein, auch wenn die letzten Bissen nicht mal gut geschemeckt haben, sondern schon unangenehm waren. Ich war danach zwar voll aber ich konnte nicht auffhören wenn ich satt war, weil ich nicht wusste OB ich satt war. Ich hab es dann mit Trennkost probiert und hab gemerkt, dass ich nicht hungrig war. Ich konnte so fest stellen, dass satt sein bedeutet nicht mehr hungrig zu sein. Und eben nicht sich vollzustopfen. Manchmal passiert es mir noch, dass ich zu viel esse obwohl ich schon satt bin, aber ich bin froh, dass ich jetzt weiß wie sich das anfühlt und ich nicht mehr so unsicher bin. Ich will jetzt mehr Sport machen und bin auf die Fit for Fun Diät umgestiegen, weil man da auch mehr essen kann. Mal sehen wie das weiterhin beim abnehmen hilft. Aber Essattacken und das Nicht-aufhören-können beim Essen gehören sicher zusammen.
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luna
am 26.11.2008
16:34 Uhr
Ich bin jetzt seit fast einem Monat meiner neuen Angewohnheit, das Diättagebuch zu führen, treu geblieben Man muss sich zwingen wirklich alles aufzuschreiben - besonders die Getränke habe ich anfangs immer vergessen. Es ist wirklich unglaublich, was da so alles zusammen kommt! Bei mir sind es die kleinen Snacks zwischendurch und eben die Getränke (und ich dachte bisher immer Traubensaft ist besser als Cola...). Seit knapp 2 Wochen habe ich auch mit Sport angefangen (hat auch gleiche eine neue Spalte in meinem Tagebuch bekommen), eine Freundin nimmt mich mit in ihre Schwimmgruppe. Und nächste Woche werde ich mich auch mal für den Aqua-Gymnastikk Kurs anmelden. Den muss man zwar extra bezahlen aber die PRobestunde fand ich richtig gut. Habt Ihr das schon mal gemacht? Soll auch besser für die Gelenke sein als normale Aerobic. @ Limba - wie gehts Dir? Ziehst du das mit dem Aufschreiben durch? @MissyL - klappt es bei Dir mit Fit for Fun und Sport? @Wega - danke für Deine Motivation - das hilft mir so sehr! Und ich habe auch schon mal Dein Frühstück aus Quark und Granatapfelkernen "nachgegessen" ... sehr knackig :)
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MissyL
am 26.11.2008
16:50 Uhr
Hey super, dass Du so konsequent bist. Halte durch! Bei mir geht es soweit ganz gut. Ich komme mit Fit for Fun ganz gut klar. Man kann mehr essen als bei anderen Diäten muss aber dafür mehr Sport machen bzw. wird viel Sport empfohlen, 3-4 mal in der Woche zum Kalorien verbrennen und Muskeln aufbauen. Das ist ganz gut für mich, weil ich lieber Sport mache bis zum umkippen als hungrig schlafen zu gehen. Sport hilft vor allem später das Gewicht zu halten. Das zumindest steht im Buch geschrieben ;-) Wir werden sehen... Ich hab schon wieder 1,5 Kilo weniger und bin zufrieden
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limba
am 26.11.2008
16:54 Uhr
Liebe Luna Danke fürs Nachfragen! Tatsächlich gehts mir besser, aber ich bin mit dem Schreiben noch nicht ganz zufrieden. Ganz Allgemein versuch ich mir einen Weg zu bahnen, im momentan viel zu "beladenen" Alltag. Das Schreiben hab ich nun in meinem Esstagebuch ausgebaut. Es sind zwar immer "nur" Notizen, doch ich gebe mir dann immer noch nen Ruck alles etwas genauer zu durchleuchten und das bringt mich momentan auch schon wieder weiter. Das Müsli hab ich momentan aus meinem Haushalt verbannt und so muss ich mich nicht stets mit denjenigen Lebensmitteln konfrontieren, die mir das Leben schwer machen. Somit schon mal nicht schlecht. Aber auch noch nicht ganz super ... Gebe mir Mühe es noch konkreter auszubauen und Stress abzubauen ... ;-) Gute Zeit & Grüsse! PS: Finde bei dir hört sich's ganz gut an! Versuche mir ne Scheibe abzuschneiden ... ;-)
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luna
am 26.11.2008
17:15 Uhr
Na mal schauen - ich bin auch so ein mentaler "Jojo-Mensch". Gerade geht es ganz gut, aber das kann sich schnell wieder ändern. Aber das ist natürlich auch eine Idee, die Stimmungen noch genauer aufzuschreiben. Man reflektiert dann wahrscheinlich mehr oder? Ich hatte das schon mal vor einem Jahr gemacht, als es mir nicht so gut ging. Und das war ganz gut, weil dann sind die Gedanken aus dem Kopf raus und das "Papier" kann sich damit rumärgern ;) Dir auch liebe Grüße, viel Glück & bis ganz bald!
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Wega1
am 27.11.2008
11:31 Uhr
Dass das Schreiben hilft sehen wir ja am Besipiel luna. Aber vielleicht brauchst Du limba auch noch mehr Zuwendung von außen. ich meine, dass Du nicht nur für Dich selbst aufschreibst, sondern Dich auch mehr mit anderen über deinen Alltag austauschst. Wenn man sich bei Ärger und Kummer abends nur ans Tagebuch wenden kann ist das auch keine erfolgreiche Lösung. Man muss den Alltag auch irgendwie ausgleichen können. Mit Ablenkung die Spaß macht oder Menschen man mag und mit denen man Zeit verbringen kann. Das gehört auch dazu um sich seelisch ein bissl zu stabilisieren. Hast Du denn im Freundeskreis oder in der Familie mal jemanden mit dem Du über Stress, Ärger und anderes Leid reden kannst? Manchmal schafft man es alleine nicht gut zu reflektieren und braucht auch mal einen aufmunternden Spruch oder auch mal Kritik an der richtigen Stelle...Das kann Dir ein TAgebuch natürlich nicht bieten...
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maria2008
am 01.12.2008
23:38 Uhr
Hab diesen Thread hier gerade entdeckt und möchte gern mitteilen, welchen kleinen Trick ich früher drauf hatte. Ich hab mir ein Video abgespielt auf hausgemacht.tv/gesund-schoen/diaet/2124,60,wie-trickse-ich-heisshunger-aus.html?node_id=60 Das bringt ein paar gute Ideen, was man alles dagegen machen kann. Ausserdem bringt der Typ im Video das Thema so lustig rüber, dass mich das allein schon abgelenkt hat. Während der Diät benötige ich es zum Glück nicht. Ich bekomme 5x am Tag Tüten mit so hohem Eiweiss- und niedrigem Kohlenhydrat- und Fett-Anteil, dass überhaupt kein Hunger oder Apppetit aufkommt.
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luna
am 02.12.2008
09:10 Uhr
Toll, habe mir das Video auch gerade angeschaut. Etwas trocken der Typ, aber gerade dadurch sehr lustig. Am besten gefällt mir der lezte "esoterische" Tpp: malen gegen den Hunger. :) Das mit dem Trinken habe ich mir auch angewöhnt. Wenn ich Hunger bekomme, mache ich mir erstmal eine große Tasse Tee (250 ml) und trinke die langsam. Das hilft wirklich ganz gut. Was meinst Du mit Tüten mit hohem Eiweissanteil? Sind das Diätshakes?
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emma.1947
am 03.12.2008
13:12 Uhr
hallo! ich kenne solche heißhungerattacken nur zu gut! bei mir hängt diese tatsache auch mit stress zusammen! wenn in meinem leben zu viel stress ist, muss ich einfach essen! dabei greife ich öfter zu schokolade und chips, was mich bei der gewichtsabnahme natürlich absolut nicht unterstützt! Werde mir dann auch mal dieses video anschauen! vielleicht bekomm ich ja einige tipps ;) mfg
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schnupperkatze
am 05.12.2008
12:22 Uhr
Ist schon interessant wie verschieden jeder so ist. Wenn ich Stress habe bekomme ich keinen Bissen herunter. Mein Magen ist dann wie zugeschnürrt. Das ist zwar besser für die Figur, aber neigt auch eher zu Magengeschwüren, die in meiner Familie eh Veranlagung sind.
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limba
am 06.12.2008
10:37 Uhr
Ja, ist sehr interessant, wie verschieden man is(s)t. Essstörungen sind heute leider allgegenwärtig, wenn auch nicht immer offensichtlich. Beginnen tut's vielleicht sehr früh, dann wenn das neue Verhältnis zum Körper noch sehr unsicher ist. Bei mir hat das mit meinem ersten Freund begonnen. Abhängigkeitsgefühle, da ich von Daheim her eine sehr unstabile Ausgangslage hatte. Und das, mit der Angst nicht zu genügen, jemanden zu verlieren, aufgrund mangelnder "Attraktivität", wirkt sich halt 1:1 auf das Essverhalten aus, denn mit dem Essen kann der eigene Körper "geformt" werden, da hier der direkte Bezug "Körper -> Aussehen" zusammenspielt. Ist diese sensible Wechselwirkung einmal durcheinander gebracht, ist es sehr schwierig, wieder zurückzufinden zu diesem "ursprünglichen" Zustand, den auch ich mal hatte. Dass ich bei Stress nicht ans Essen dachte ... Ganz bewusst kann man jedoch daran arbeiten, diese Abläufe nicht destruktiv enden zu lassen ... Stress > Versager-Gefühle > Minderwertigkeit > Suche nach innerer Stabilität durch das Essen ... Ich denke daher auch nicht, dass dieses "Attacken-Essen" typ-bezogen ist, sondern rührt vielmehr daher, dass eine innere Ursache irgendwann mal durch einen Auslöser nach aussen trat. Ursprünglich denke ich, würden wir alle sehr ähnlich funktionieren. Doch Vergangenheit, Familie, Erlebtes prägen uns unweigerlich und unsere Psyche sucht sich die eigenen Wege, dies zu verarbeiten. Als Betroffene ist es nicht immer ganz einfach, dieses Verhalten und diese "Anflüge" mit dem Verstand nach zu vollziehen und einen Weg aus diesem Muster zu finden. Sie braucht sehr viel Geduld und: Selbstliebe. Ich habe vor 10 Jahren längere Zeit in einer Klinik für Essgestörte verbracht, wo ich viele verschiedenste Frauen und Aspekte kennen gelernt habe, mit den verschiedensten Ausprägungen im Verhalten Essen & Psyche. Dieses Gebilde ist so vielschichtig und grundlegend. Die Zeit war unglaublich wertvoll. "Figur" ist ein relatives Thema. Und sehr widersprüchlich zu den Bildern, die uns prägen und den Selbstbildern, die wir in uns tragen.
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limba
am 06.12.2008
10:49 Uhr
@ Wega1 Lieben Dank für deine Gedanken – sie sind sehr wesentlich. Wenn du meinen Eintrag "Psyche & Essen" liest, wirst du bestimmt schon einige Antworten haben. Nach 9-jähriger Beziehung habe ich diese letztes Jahr beendet (mit 27) und arbeite an meiner persönlichen autonomen Welt. Dass hier das Finden der neuen sozialen Position ein grosses Thema ist, ist ganz klar. Gemeinsame Freundschaften verwandeln sich, man zieht um, Zukunftspläne setzen sich neu zusammen. Ich bin mir sehr bewusst, dass gerade in einer solchen Situation der "Neuorientierung" klare Bezugspersonen sehr wichtig sind, um den Boden nicht zu verlieren. Doch momentan gelingt mir das sehr gut. Und meine Attacken haben sich auch sehr beruhigt. Ich fühle mich grundsätzlich viel ausgeglichener. Liebe Grüsse!! :-)
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Verfasst von
luna
am 07.12.2008
14:04 Uhr
Schön zu lesen, dass Du ausgeglichener wirst! Weiter so und alles Gute dafür!
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Verfasst von
Wega1
am 08.12.2008
09:00 Uhr
Zitat: "Ich denke daher auch nicht, dass dieses "Attacken-Essen" typ-bezogen ist, sondern rührt vielmehr daher, dass eine innere Ursache irgendwann mal durch einen Auslöser nach aussen trat." Das kann ich mir gut vorstellen. Ich mein Du hast recht. Zum Stress-Esser wird man nicht geboren. Überhaupt sind Essstörungen im Umfeld und den Erlebnissen der Betroffenen zu suchen und Ess-Attacken sind nun mal auch eine Art Essstörung. Nach einer so langen Beziehung verliert man mit einer Trennung viel Sicherheit und Geborgenheit. Immerhin konntest Du Dich ja 9 Jahre auf einen Partner an Deiner Seite verlassen. Das ist ja dann schon fast eine kleine Familie, ein TEam was sich bildet. Wenn so eine Beziehung endet ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Der kann Auslöser für vieles sein: Depressionen, Panik-Attacken oder Essstörungen. Immerhin ist es ein großer Verlust. Du arbeitest aber, wie man liest, hart an Dir selbst und deinem Leben. Viele stecken da den Kopf in den Sand und haben nicht die Kraft die Du hast, dir ein neues Leben aufzubauen. Darauf solltest Du stolz sein! Sein Leben zu ändern ist nie leicht. Da darf man auch nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen und sollte sich selbst die schlechte Laune, die Traurigkeit oder Depressionen verzeihen, nach vorn blicken und auf sein Inneres hören. Ich freue mich sehr, dass Du ausgeglichener bist. Das trägt sicher auch dazu bei, dass Du dein neues Leben frei und nach Deinen Wünschen gestalten kannst und , das wünsch ich Dir sehr, glücklich wirst. Ich drück Dir sooo doll die Daumen, dass Du weiter so eine starke Person bleibst und nach vorne schaust. Da gehört der Blick ja auch hin ;-) Viele Grüße und guten Start in die dritte Weihnachtswoche
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