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Frauenmedizin: Hormone und Herzinfarkt

Lange Zeit vermutete man, dass Frauen später zu Herzinfarkten neigen als Männer. Das Hormon Östrogen soll Frauen angeblich vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen.

Lange Zeit vermutete man, dass Frauen später zu Herzinfarkten neigen als Männer. Das Hormon Östrogen soll Frauen angeblich vor Herz-Kreislauferkrankungen schützen. Solang Frauen einen regelmäßigen Zyklus haben, seien sie vor Herzinfarkt und Gefäßerkrankungen geschützt, so die bisherige Meinung. Das weibliche Östrogen hält das schlechte LDL Cholesterin und die Triglyzeridwerte (diese sind bei Fettstoffwechselstörungen erhöht) niedrig. Außerdem wird das gute HDL Cholesterin im Blut auf einem gesunden Level gehalten.

Die Natur schützt die Frauen also sehr gut vor Herzerkrankungen. Doch wer meint, nur der Zyklus allein entscheidet über ein gesundes Herz und gesunde Gefäße, der täuscht sich: Bei Übergewicht, Diabetes, Nierenerkrankungen oder einer Schilddrüsendisfunktion können die Triglyzeridwerte und die LDL Cholesterinwerte trotzdem gesundheitsgefährdend steigen.

Herzinfarkt durch gesunden Lebensstil vorbeugen

Auf das Gewicht und den Körper, sollte man also trotz natürlichem Schutzmechanismus Acht geben. Denn Hormone können einen schlechten Lebensstil nicht ausgleichen. Doch was passiert eigentlich, wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, der Zyklus unregelmäßig wird oder die Menstruation gänzlich ausbleibt?

Hormonbehandlungen beziehungsweise Hormonersatztherapien sollen Frauen über die Wechseljahre helfen und ihnen außerdem Schutz vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems gewährleisten. Doch sind Hormonbehandlungen nicht riskant?

Eine Langzeitstudie der “Women’s Health” Initiative aus den Vereinigten Staaten im Jahr 2002, in der sich bis dahin etwa die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren einer Hormontherapie unterzog, offenbarte Erschreckendes: In der 15jährigen Beobachtungszeit stieg die Anzahl der hormonbehandelten Frauen die einem Herzinfarkt erlag um 29 Prozent. Die Gefäßerkrankungen, bei Frauen mit einer entsprechenden Hormonersatztherapie, stiegen um 22 Prozent.

Hormontherapie für die Gesundheit?

Der natürliche Hormonhaushalt schützt Frauen also vor dem Herzinfarkt, eine Hormontherapie aber bewirkt genau das Gegenteil? Weitere Studien wurden durchgeführt, die unter anderem besagten, dass der Zeitpunkt einer Hormontherapie bei Frauen ausschlaggebend ist. Frauen, die spät nach dem Einsetzen der Wechseljahre eine Hormontherapie beginnen, sind demnach eher gefährdet, als Frauen die recht früh nach oder mit der Menopause beginnen.

Außerdem soll das Risiko einer Gefäßerkrankung oder eines Herzinfarkts im ersten Jahr der Hormonersatztherapie sehr viel höher sein, als in den darauf folgenden Jahren. Man erklärt sich das erhöhte Risiko mit der möglichen Bildung von Blutgerinseln im ersten Jahr der Hormontherapie. Wenn Du in den Wechseljahren bist oder es bald sein könntest, solltest Du mit Deinem Arzt alle Vorteile und Risiken einer Hormonbehandlung durchsprechen. Suche Dir Rat und geh kritisch mit dem Thema um. Nicht für jeden ist eine Hormontherapie das Richtige.