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Geschichte des Essens

Seit wann essen wir Vorspeise, Hautspeise, Dessert in dieser Reihenfolge? Wurde schon immer viel Alkohol zum Essen getrunken? Wir geben euch einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Essgewohnheiten.


Die uns bekannte Speisefolge Salat, Suppe, Hauptgericht, Dessert gibt es erst seit circa 250 Jahren. Vorher wurde alles durcheinander gegessen. Zudem wurde früher Ernaehrung-Essen-Geschichte|pixelio.de/manwalk|www.pixelio.de/details.php?image_id=254519&mode=searchauch viel mehr Alkohol getrunken als heute. Hinzu kommt: Eine ordentliche Leibesfülle war über Jahrhunderte ein Zeichen von Wohlstand, Gesundheit und Reichtum. Heute gilt genau das Gegenteil. Wie sah die Ernährung früher aus?

 

Esskultur im Römischen Reich

Die Esskultur der Römer wurde maßgeblich von anderen Kulturen, zum Beispiel den der Kolonien geprägt. Die reichen Römer legten sehr viel Wert auf Erstklassigkeit. Zum Frühstück gab es Fladenbrot aus Dinkelmehl mit etwas Salz, dazu Eier, Käse, Honig und Obst. Zu Trinken gab es morgens Milch. Dem Mittagessen maßen die Römer keine große Bedeutung bei und es würde heute eher als zweites Frühstück eingeordnet werden.

Die eigentliche Hauptmahlzeit aßen die Römer am späten Nachmittag. Anfangs gab es zusätzlich abends noch eine vierte Mahlzeit, die jedoch später mit der Hauptmahlzeit zusammengelegt wurde. Hier ist die typische mediterrane Abendmahlzeit entstanden. Die Armen konnten sich gerade mal Getreidebrei und eventuell Gemüse leisten. Die Reichen ließen auffahren, was das Land zu bieten hatte.

Als Vorspeise gab es Gemüse, Salate, sauer eingelegten Kohl und Lauch, Oliven, Melone und Eier, als Hauptgang dann stark gewürztes Schweinefleisch und Geflügel mit einer Soße, die meistens aus Makreleninnereien hergestellt wurde. Als Beilage wurde Brot gegessen. Dazu gab es Datteln, Feigen, Granatäpfel und Trauben. Auch Kuchen wurde damals bereits verzehrt. Zu Trinken gab es eine Honig-Wein-Mischung oder verdünntem Wein und davon bekanntlich meist zuviel.

Im römischen Reich wurde sehr viel Wert auf angemessene Kleidung und gute Tischmanieren gelegt. Der Tisch wurde in ein extra eingerichtetes Esszimmer gestellt und zumindest die Männer durften sich auf sogenannte Speisesofas legen. Frauen mussten dagegen auf Stühlen sitzen. Vor und nach jeder Mahlzeit wurden die Hände gewaschen, denn Besteck gab es damals noch nicht. Um die Hausgötter nicht zu verärgern, wurde diesen nach jedem Hauptessen ein Opfer aus Fleisch, Kuchen und Wein geopfert.
 

Essen im Mittelalter

Im Mittelalter war die Esskultur abhängig vom Wohlstand, der Region und von den Regeln der Kirche. Als Grundnahrungsmittel gab es Getreidebrei und -grütze, die ungesüßt als Hauptspeise und gesüßt als Nachspeise gegessen wurden. Brot gab es in Form von Fladen- und Knäckebrot. Es wurde aber erst später am Tag verzehrt.

Abendmahl-Essen-MittelalterArme Leute konnten sich Fleisch kaum leisten und streckten ihr teures Getreide mit Hülsenfrüchten, Eicheln oder Kastanien. Die Kirche hatte viel mitzureden: In der Fastenzeit durften so zum Beispiel kein Fleisch, Milch, Käse und auch keine Eier gegessen werden. Als Ersatz dafür waren Mandeln und Mandelmilch sehr beliebt.

Die Völlerei, das heißt das sinnlose Essen oder Lebensmittel in sich hineinstopfen wurde gemäß dem Gebot der Mäßigung als Sünde angesehen. In der frühmittelalterlichen Adelskultur konnte man dieses Phänomen allerdings gerade umgekehrt beobachten. In dieser Zeit war es üblich, dass alle gemeinsam, auch die Dienstboten, an einem Tisch aßen. Die Sitzordnung war eine Hierarchie für sich. Der Rangniedrigste musste dem nächsten in der Reihe das gute Essen anbieten und sich das Schlechtere herauspicken.
 

Die Rolle des Alkohols

In früheren Zeiten waren alkoholische Getränke sozusagen ein Grundnahrungsmittel. Das lag vor allem in den Städten an der schlechten Qualität des Trinkwassers. Bier oder Wein enthielten wesentlich weniger Krankheitserreger und wurden daher bevorzugt, auch von armen Menschen.

Sagenhafte drei bis vier Liter alkoholische Getränke am Tag waren durchaus nicht unüblich. Allerdings enthielten diese weniger Alkohol als heutzutage. Selbst kleinen Kindern gab man leichtes Bier zu trinken. Gleichsam galt es in den meisten Kulturen nicht als fein, betrunken zu sein.

Warme Getränke wie Kaffee, Tee und Kakao hielten erst ab dem 17. Jahrhundert Einzug in Europa, waren zunächst aber den Wohlhabenden vorbehalten. Milch als Getränk fand man selten, sie wurde vor allem den Kindern und Kranken gegeben.