Diabetes auf dem Vormarsch
Am 14.11. ist Weltdiabetes Tag. Zeit für uns, darauf aufmerksam zu machen. Was kann man gegen die Volkskrankheit Diabetes tun, damit die Zahl von 7,5 Millionen Diabetikern nicht weiter steigt?
Diabetes ist in den meisten Fällen eine Folge von jahrelanger Fehlernährung, von zu fettem, zu süßem, zu maßlosem Essen und gleichzeitig zu wenig Bewegung.
Übergewicht - in Deutschland sind 66 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen betroffen - ist ein wesentlicher Grund für die steigende Ausbreitung von Diabetes. Circa 80 Prozent der Menschen mit Diabetes Typ 2 sind übergewichtig oder fettleibig (adipös).
Mittlerweile leiden bei uns 7,5 Millionen Menschen, dass sind 12 Prozent bei den 20 bis 79 Jährigen, unter Diabetes. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Erkrankungen wie Herzinfarkt
, Schlaganfall, Bluthochdruck, Nierenversagen, Augenerkrankungen sowie Fußamputationen. Die Lebensqualität leidet oft erheblich.
Diabetes: Nicht allein Pillen und Insulin helfen!
Nicht in der Einnahme von Pillen liegt die Lösung des Diabetes-Problems, sondern vor allem in einer Umstellung der bisherigen, krankmachenden Lebensgewohnheiten. Ernährungsfallen wie zu viel Zucker, Salz oder Fett müssen erkannt und gemieden werden.
Zuerst gilt auch für
Diabetiker: Auf die richtigen
Portionsgrößen achten und nicht mehr essen als der Körper benötigt. Bei Übergewicht empfiehlt sich eine ausgwogene, gesunde Diät. Für den Start hilft das Führen eines
Ernährungsprotokolls, in dem täglich dokumentiert wird, was gegessen und getrunken wird. So lassen sich Ernährungsfehler leicht aufdecken.
Zudem sollte das Essen von Zucker und einfachen Kohlenhydraten zu Gunsten von komplexen Kohlenhydraten aus Vollkorn und Gemüse umgestellt werden. Erwachsene sollten nicht mehr als 50 (Frauen) bzw. 60 (Männer) Gramm zugesetzten Zucker täglich essen.
Besonders auf den versteckten Zucker muss geachtet werden. Bereits ein 500 ml Becher Fruchtbuttermilch enthält 18 Stück Würfelzucker à 3 Gramm. Selbst wenn man den in der Buttermilch natürlich enthaltenen Milchzucker abzieht, bleiben noch knapp 35 g Zucker und damit mehr als 11 Stück Würfelzucker. Eine bessere Alternative ist hier die naturbelassene, pure Buttermilch mit frischem Obst oder einem Spritzer Obstsaft.
Salzzufuhr bei Diabetes beachten
Auch die
Salzzufuhr sollte kontrolliert werden: Die Ernährungsexperten der DGE empfehlen eine maximale Zufuhr von 6 Gramm pro Tag. Tatsächlich nehmen wir täglich oft 10 Gramm oder mehr zu uns. Der Geschmack unserer Gerichte sollte darum statt mit Salz lieber mit Kräutern und Gewürzen aufgepeppt werden.
Zu guter letzt sollte auch auf die Fettmenge und die Fettart geachtet werden. Statt gesättigter Fette aus Butter und rotem Fleisch (Schweine- und Rindfleisch) sollten öfter Pflanzenfette wie Raps- und Olivenöl sowie Fisch und weißes Fleisch (Geflügel) auf dem Speiseplan stehen.
Mindestens zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse täglich runden eine
gesunde Ernährung ab. Eine Portion entspricht etwa einer Handfläche oder Faust. In Kombination mit
Sport und einem aktivem Alltag betreibt man so eine gute Vorsorge gegen Diabetes und kann eine Besserung bei bereits bestehendem Diabetes erreichen.
Lest hier mehr zu den 7 Mythen über Diabetes, wie man Diabetes entdeckt und wie man den Diabetes in den Griff bekommt.
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Autor:
Dr. med. Roland Ballier verfasst am 13.11.2009 10:07
Dr. med. Roland Ballier ist Präventiv- und Notfall-Mediziner sowie Anti-Aging Experte und beschäftigt sich seit Jahren mit Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und dessen Folgen. Dr. Ballier ist immer noch als Notarzt im Einsatz und seine Leidenschaft gilt dem Fliegen.