Jung mit Anti Aging Pillen?
Es ist heutzutage fast Mode geworden, für und gegen alles einfach eine schnelle und wirkungsvolle Pille einzunehmen. So auch zur Verlangsamung des Alterungsprozesses, dem Anti-Aging. Hier ist aber Vorsicht geboten: Hormone haben viele Nebenwirkungen und können das Leben auch verkürzen!
Mit wenigen Ausnahmen zeigt sich mit zunehmendem Alter insbesondere bei Geschlechtshormonen, ein stetiger Abfall der Konzentration und Neubildung. Wer dem Altern mit
Anti Aging Pillen entgen wirken will, bekommt oft Zuspruch: Viele Experten kommen daher zu dem Schluss, dass Hormonabfall das Altwerden auslöst. Andere sprechen genau vom Gegenteil: Wir werden nicht alt, weil unsere Hormone absinken, sondern die
Hormone sinken ab, weil wir alt werden.
Es ist naheliegend, den Hormonabfall im Alter durch Zufuhr von künstlichen Hormonen auszugleichen oder das Altern damit hinauszuzögern. Dies wird vielerorts mit den Hormonen DHEA, den Geschlechtshormonen von Mann und Frau, aber auch mit Wachstumshormonen so praktiziert.
Problematisch ist, dass bei diesen Hormontherapien Nebenwirkungen nicht auszuschließen sind. Einerseits besteht vor allem bei der Gabe von Wachstumshormon die Gefahr, dass beispielsweise eine unbemerkt im Kör per befindliche bösartige Zelle zur Zellteilung angeregt wird, und damit eine Krebserkrankung zum Ausbruch kommt.
Andererseits ist davon auszugehen, dass jede künstliche Zufuhr von Hormonen, die sowieso schon gesunkene Eigenproduktion des Körpers zusätzlich vermindert. Der Körper sieht quasi nicht ein, weiterhin eigene Hormone zu produzieren, wenn der Hormongehalt im Blut durch externe Zufuhr ausreichend hoch ist. Aus diesen Gründen ist eine generelle
Hormonersatztherapie im Alter kritisch zu bewerten.
Übrigens: Ein ganz natürlicher Jungbrunnen und damit eine sehr gute Anti Aging Maßnahme sind regelmäßiger Sport sowie eine gesunde und kalorienbewusste Ernährung!
Anti Aging Pillen: Hormonersatztherapie?
Ausgenommen davon ist die Hormonersatztherapie bei der
Frau nach den Wechseljahren. Diese kann bei gegebener Indikation und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durchaus befürwortet werden. Ebenfalls anders sieht es aus bei krankhaftem Hormonmangel, wie dies nach einer operativen Entfernung der verantwortlichen Drüse, zum Beispiel bei Hodenkrebs, häufig vorkommt.
In allen Fällen ist vor einer Hormontherapie aber eine umfangreiche Laboruntersuchung nötig, um nicht nur den Bedarf zu bestimmen, sondern um eine Hormontherapie nachfolgend auch konsequent zu überwachen.
Grundsätzlich macht es Sinn, den Körper durch eine
ausgewogene Ernährung mit all denjenigen Bausteinen (Aminosäuren) zu versorgen, die er braucht, um die benötigten Hormone selbst zu synthetisieren.
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Autor:
Dr. med. Roland Ballier verfasst am 14.01.2010 08:28
Dr. med. Roland Ballier ist Präventiv- und Notfall-Mediziner sowie Anti-Aging Experte und beschäftigt sich seit Jahren mit Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und dessen Folgen. Dr. Ballier ist immer noch als Notarzt im Einsatz und seine Leidenschaft gilt dem Fliegen.