Schwitzen: Ungesund oder normal?
Schwitzen ist ein überaus natürlicher Vorgang. Der Körper schwitzt, um seine Temperatur zu senken. Der Mensch besitzt die sagenhafte Zahl von zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen, die allein der Thermoregulation dienen.
500 Milliliter Schweiß kann ein Mensch in einer Stunde auf einem Quadratmeter aussondern. Dabei ist uns das Schwitzen im Alltag oft unangenehm. Die Schweißflecken unter den Armen sind wahrscheinlich jedem Menschen peinlich. Aber warum schämen wir uns dafür? Wahrscheinlich weil das Schwitzen immer mit ungepflegt sein und dreckig assoziiert wird.
Dabei hat das Schwitzen nur in sehr seltenen Fällen mit einer fehlenden Körperhygiene zu tun. Wie anfällig wir für den Flüssigkeitsverlust sind, wird uns gewissermaßen in die Wiege gelegt. Die Veranlagung zum Schweißverlust ist genetisch vorbestimmt. Beim
Sport wird der Unterschied besonders deutlich.
Schwitzen beim Sport
Während die einen in ihrem eigenem Schweiße zu ertrinken drohen, zeigt sich bei den anderen nicht die geringste Schweißperle. Wie gesagt, beide Sportler waren der gleichen körperlichen Belastung ausgesetzt und haben die gleiche Sportbekleidung getragen. Dass der eine vielleicht am Morgen vor der Belastung geduscht hat und der andere nicht, spielt bei der individuellen Schweißproduktion während des Sports keine Rolle.
Menschen, die leicht schwitzen haben im Alltag oft ihre mühe Not. Während andere bei einer peinlichen Situation ihre Schamesröte perfekt verbergen können, fließt bei ihnen das Wasser in Sturzbächen herunter. Oft wird die Schweißattacke als Schwäche oder Unsicherheit ausgelegt. Für einen Manager kurz vor Abschluss eines Millionendeals könnte das fatale Folgen haben.
Übrigens gibt es längst Tricks und Produkte, welche die unbeliebte Schweißflecke unter den Armen kaschieren. Das reicht von einzelnen Pads, die den Schweiß aufsaugen bis zu Spritzen, die die Schweißdrüsen lahm legen. Auch der Einsatz von Nervengiften, wie
Botox, kann die Schweißproduktion reduzieren.
Das letztere Methode der Gesundheit nicht gerade förderlich ist, versteht sich von selbst. Wie gesagt, das Schwitzen ist ein natürlicher und wichtiger Prozess des Körpers. Werden die Schweißdrüsen des Körpers künstlich verschlossen, kann die empfindliche Thermoregulation gestört werden.
Es gibt einen Ort auf der Welt, wo das Schwitzen dringend erwünscht ist: In der
Sauna. In der Regel sollte die Umgebungstemperatur bei 90 Grad Celcius liegen. Von Vorteil ist eine relativ niedriger Luftfeuchtigkeit, damit der Schweiß besser verdunsten kann. Bei einem Aufguss steigt die Luftfeuchtigkeit schlagartig an. Der Schweiß kann nicht mehr verdunsten und bildet kleine Schweißperlen auf der Hautoberfläche. Da die Abkühlung des Körpers dadurch gestört wird, steigt sie Körpertemperatur an. Schwitzen kann auch Spaß machen !
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