Zum Heilpraktiker oder zum Arzt?
Sowohl unrealistische Heilversprechen als auch Warnungen vor anderen Heilungsmethoden zeichnen eher die Scharlatane als die kompetenten Ärzte und Heilpraktiker aus. Lasst euch nicht verunsichern, wenn euch euer Arzt weismachen will, dass nur er die einzige mögliche und allerbeste Behandlung für euch hat und dass alles andere nichts taugt.
Schulmediziner schimpfen gelegentlich auf die Naturheilkundler und
Heilpraktiker und umgekehrt. Richtig ist, dass beide Seiten ihre Berechtigung, ihre Zeit und Anwendungsgebiete haben und sich meistens sogar sehr gut ergänzen.
Skeptisch machen sollte euch, wenn euch eine
Therapie sehr ungewöhnlich vorkommt, ihr euch nicht wohlfühlt oder euer Therapeut euch gar rät, mit niemandem darüber zu reden, weil es geheim bleiben soll, was er mit euch anstellt. Fragt euren
Arzt oder Heilpraktiker nach seiner Aus- und Weiterbildung und lasst euch alles ganz genau erklären. Je besser ihr Bescheid wisst, desto mehr könnt ihr selber zu eurer Genesung beitragen.
Hier findest Du eine umfassende Arztsuche!
Wo hilft ein Heilpraktiker weiter?
Das gilt vor allem auch für
Nebenwirkungen von Medikamenten und Therapien. Lasst euch von niemandem weismachen, ausgerechnet diese eine Therapie hätte garantiert keine Nebenwirkungen. Jede Therapie kann Nebenwirkungen haben, und ihr solltet euch genau erklären lassen, wo mögliche Risiken liegen.
Und egal ob Arzt oder Heilpraktiker: Besteht als Patient auf eurer Mündigkeit und übernehmt Mitverantwortung für eure Krankheit. Lasst nicht zu, dass der Arzt oder Heilpraktiker nur unreflektiert eure Symptome behandelt, sondern lasst euch auch über deren Ursachen beraten. Fragt immer nach den möglichen Ursachen eurer Krankheit und besprecht mit dem Arzt was ihr selber für eure Genesung tun könnt.
Besteht auch darauf, dass er sich die nötige Zeit für euch nimmt und begnügt euch nicht damit, dass der Arzt lediglich die Symptome behandelt. Seit auch offen für komplementäre Heilweisen, welche die Schulmedizin ergänzen und prüft, ob aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft berücksichtigt werden.
Es ist beispielsweise nicht sinnvoll, bei einem übergewichtigen Typ II
Diabetiker sofort Insulin
zu verschreiben oder Medikamente, die den Insulinspiegel erhöhen, ohne vorher alle anderen Maßnahmen wie eine Gewichtsreduzierung
, mehr Sport oder eine Reduktion von schnellen Kohlenhydraten getroffen zu haben.
Insulin fördert
Übergewicht und verhindert effektives
Abnehmen, was aber die erste Therapie des Diabetes
wäre. Alleine durch eine Gewichtsreduzierung kann ein Typ II Diabetiker seinen erhöhten Blutzuckerspiegel stark absenken und damit sehr viel zu seiner Genesung beitragen.
Ähnliches gilt für einen erhöhten
Cholesterinspiegel und erhöhte Blutfettwerte. Im Zweifelsfall zieht ihr am besten eine zweite Meinung, vor allem, wenn es um Therapien mit starken Nebenwirkungen geht.
Vor allem aber gilt: Übernehmt die Verantwortung für eure
Gesundheit und seht in dem Arzt nicht den „Gott in weiß“, sondern betrachtet ihn als einen Ratgeber, der euch hilft, wieder gesund zu werden.
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Autor:
Dr. med. Roland Ballier verfasst am 07.01.2010 12:37
Dr. med. Roland Ballier ist Präventiv- und Notfall-Mediziner sowie Anti-Aging Experte und beschäftigt sich seit Jahren mit Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht und dessen Folgen. Dr. Ballier ist immer noch als Notarzt im Einsatz und seine Leidenschaft gilt dem Fliegen.