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Gibt es negative Kalorien?

Lebensmittel, die negative Kalorien haben. Gibt es das wirklich? Das Gerücht hält sich hartnäckig aber kann man bestimmte Lebensmittel essen und allein von dem Effekt der negativen Kalorien abnehmen?

Negative Kalorien: Damit sind Lebensmittel gemeint, für deren Verdauung der Körper mehr Kalorien aufwenden muss, als das Lebensmittel liefert. Als Beispiel wird hier gern der Sellerie genannt. Einige der im Sellerie enthaltenen Kalorien (12 kcal pro 100 Gramm) werden schon für den Energieaufwand beim Kauvorgang verbrannt, ein Teil im Darmtrakt und die übrig bleibenden Ballaststoffe werden ausgeschieden.

Damit, so schlussfolgern die Befürworter der „negative Kalorien“ Theorie, ist der Energieaufwand für die Verdauungsarbeit so hoch, dass der Körper mehr Kalorien verbrennt als der Sellerie liefert. Neben Sellerie werden auch Gurken, Salat, Spinat, Chicoree, Rosenkohl, Pilzen, Zwiebeln, Wassermelonen, Mangos, Äpfeln und anderen Obst- und Gemüsesorten mit einem hohen Wasser- und / oder Ballaststoffanteil diese Eigenschaften gern zugeschrieben.

In der Realität ist es nicht ganz so einfach. Da existieren keine wirklich „negativen Kalorien“, die dem Körper Null Kalorien liefern oder sogar noch zusätzlich Kalorien verbrauchen. Im Prozess der Nahrungsverwertung, bei dem der Körper die Nährstoffe aus dem gegessenen Lebensmittel extrahiert, wird Energie verbraucht. Dieser Energieverbrauch wird mit dem so genannten Thermischen Effekt der Nahrung bestimmt .

Dieser thermische Effekt der Nahrung besagt, dass ein Teil der aufgenommenen Energie, circa 10 Prozent des täglichen Energieumsatzes, in Wärme umgewandelt wird. Bei einigen Lebensmitteln kann dieser thermische Effekt bis zu 20 Prozent erreichen. Auf unser 12 kcal Selleriebeispiel angewendet bedeutet es, dass 2,4 kcal für die Verdauung benötigt werden. Da bleiben noch 9,6 kcal. Auch wenn die Kalorienberechnungen nie exakt, sondern immer nur grobe Richtwerte sind: Knapp 10 kcal sind recht weit entfernt von 0 oder negativ. Der Sellerie liefert also Energie, mehr sogar noch als er dem Körper abverlangt.

Wissenschaftlich gesehen gibt es also keine Lebensmittel mit negativen Kalorien. Auch wenn einige Diätkonzepte immer wieder auf die schlankmachende Wirkung einzelner Lebensmittel schwören: Abnehmen kann man mit diesen Diäten nur, weil die Kalorienzufuhr im Allgemeinen reduziert ist.

Auch die Getränkehersteller Coca Cola und Nestle versuchten es in Amerika mit der negativen Kalorien Theorie: Ihr Grüner-Tee Getränk Enviga verbrenne 20 bis 33 kcal mehr Kalorien als in der 350 ml Dose enthalten sind. Für diese Werbeaussage gab es 2007 von der amerikanische Behörde FDA eine Abmahnung und eine Geldstrafe.

Fazit: Auch wenn weder Gemüse, noch Obst, noch grüner Tee in der Lage sind negative Kalorien zu liefern: Eine Ernährung bestehend aus viel Gemüse, Obst und Getränken wie Wasser und Tee ist gesund und gut für die Figur. Die wasserreichen und ballaststoffhaltigen Obst- und Gemüseorten machen satt, liefern viele Vitamine und Mineralien, und dabei nur wenige Kalorien.