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Gymnastik gegen das Altern

Zugegeben Gymnastik ist nicht gerade der Trendsport Nummer eins unter den Sportarten. Bei dem Wort Gymnastik fallen den meisten von uns doch sofort eine Gruppe von betagteren Menschen ein, die im Kreis postiert auf einer Parkwiese in weißer Sportbekleidung ihre müden Körper verbiegen.

Gymnastik ist viel moderner, als ihr Ruf vermuten lässt. In den letzten Jahrzehnten hat Gymnastik einen jüngeren und frischeren Anstrich bekommen. In erster Linie hat die Gymnastik das den Hype um die fernöstliche Entspannungstechniken wie Yoga oder Pilates zu verdanken. Die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Körperübungen sind nicht zu verleugnen. So bilden gymnastische Übungen sowohl bei Joga aber auch bei Pilates das Grundgerüst.

Gymnastik fördert Beweglichkeit und stärkt Muskeln

Trotzdem gibt es wesentlich Unterschiede. Während Gymnastik oft die rationelle Aneinanderreihung von einzelnen gymnastischen Übungen ist, werden beim Joga alle Übungen in einem Fluss ausgeführt. Ein weiterer Unterschied ist Präsenz der mentalen Ebene. Bei vielen fernöstlichen Körpererfahrungen steht das bewusste Wahrnehmen der Übungen im Vordergrund.

Junge Frau in roter Sporthose und weißem Top stretcht sich auf Fensterbank

©istock.com/shironosov

 

Ziel beim Yoga ist es, alle Bewegungen mit höchster Konzentration und Aufmerksamkeit auszuüben. Um die Aufmerksamkeitsleistung zu steigern, wird oft die Technik der Visualisierung angewendet. Alle Körperpositionen und Bewegungen laufen parallel zu den tatsächlichen Körperbewegungen vor dem geistigen Auge ab. Man muss sich in die Übungen „hinein denken“ beziehungsweise „hinein fühlen“, um einen hohen Grad der Aufmerksamkeit zu erreichen. Ursprünglich kommt das Wort Gymnastik aus dem griechischen und steht für die Kunst der Leibesübungen. Das in der Antike gymnastische Leibesübungen nackt praktiziert wurden, verrät der Wortstamm „gym“. Dieser stammt von gymnos ab, was in der deutschen Sprache nackt bedeutet. Die Gymnastik ist eigentlich keine Sportart oder Sportdisziplin für sich – Gymnastik hat eher einen interdisziplinären Charakter. So nimmt Gymnastik im Rahmen der Erwärmung von Körper und Muskeln in vielen Sportarten ein unverzichtbaren Part ein.

Ob bei Spielsportaren oder in der Leichtathletik, es gibt kaum Sportler, die auf Gymnastik im Vorfeld des Trainings und in Vorbereitung auf Wettkämpfe verzichten. Ziel dieser Art von Gymnastik ist es, Sehnen und Bänder entsprechend vor-zu-dehnen und die Muskeln auf Betriebstemperatur zu bringen. Nur ein erwärmter Körper ist in der Lage, mit Beginn des Wettkampfes sein volles Leistungsvermögen abzurufen. Zudem kann eine anspruchsvolle Gymnastik das Verletzungsrisiko senken.

Viele gymnastische Übungen gelten heute allerdings als überholt, weil sie mehr Schaden als Nutzen bringen. So gibt es Gymnastik-Übungen der alten Schule die Wirbelsäule, Gelenke und Bänder nach heutigen Erkenntnisstand zu stark belasten. Auch das Ausführen der einzelnen Übungen hat sich stark verändert. Noch vor 100 Jahren war es wichtig, die Übungen über den Schmerzpunkt hinaus zu praktizieren. Heute raten Sportwissenschaftler, die Bewegungen kurz vor dem Schmerzpunkt ab-zu-stoppen und langsam zurückzuführen – so ändern sich Zeiten und Ansichten.