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Hilft eine Fettwegspritze wirklich?

Die Fettwegspritze ist der neue Trend in der ästhetischen Medizin. Die Erfolgsnachrichten über die Fettwegspritzen überschlagen sich in der Öffentlichkeit – immer wieder hört man von Personen, die mit der Fettwegspritze gute Erfahrungen gesammelt haben. Was ist dran an der neuen Wunderwaffe gegen Fettzellen?

Zuerst sollte man sich vor Augen halten, wie eine Behandlung mit einer Fettwegspritze abläuft. Bei einer Fettwegspritze findet eine direkte Injektion in das Fettgewebe statt. Das in der Injektionsspritze enthaltene Medikament führt in der betroffenen Fettzelle zu einer Auflösung der Membranwände – die Folge: Die Fettzellen werden kleiner und lösen sich schließlich auf. Dabei verhält es sich mit der Fettwegspritze wie beim Fettabsaugen: Einmal aufgelöste Fettzellen können an der selben Stelle nicht wieder neu entstehen. Soweit die Theorie der Wirkung.

Eine Behandlungssitzung dauert in der Regel zwischen zwanzig und vierzig Minuten. Oft wird die erste Behandlung nach einigen Wochen nochmal an gleicher Stelle wiederholt. Laut Statistik sind zwanzig Prozent mit dem Ergebnis nach der ersten Fettwegspritze zufrieden – nach der zweiten Sitzung sind es immerhin schon 75 Prozent. Um die biochemische Reaktion in den Fettzellen auszulösen, wird ein Medikament verwendet, dass sich aus den Wirkstoffen der Sojabohne zusammensetzt und mit Zusatzstoffen verstärkt wird. Über die so genannten Zusatzstoffe der Fettwegspritze findet man in diversen Publikationen kaum etwas. Diese Tatsache alleine lässt natürlich aufhorchen. Was sind das für Zusatzstoffe und was haben die für Nebenwirkungen.

Frau hält Maßband um ihre unbedeckte Hüfte.

©istock.com/MarsBars

 

 

Fettwegspritze noch nicht ausreichend erforscht

Fakt ist: Die Behandlungstherapie mit der Fettwegspritze steht noch am Anfang. Auch wenn bisher keine Nebenwirkungen bekannt sind, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Was ist, wenn das Medikament nicht nur Fettzellen auflöst, sondern auch Muskeln, Knochen oder Nervenbahnen angreift – was natürlich verhängnisvoll wäre? Im Moment wird die Fettwegspritze noch als eine „sanfte“ Methode deklariert. Ob sie das wirklich ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Die Fettwegspritze eignet sich definitiv nicht für Menschen, die an Übergewicht leiden, vielmehr nützt es den Personen, die normalgewichtig sind und unter lokalen Fettpolstern leiden. Es gibt Regionen mit Fettzellen, die gegenüber Sport und Ernährung resistent erscheinen. Typisches Beispiel für eine solche kosmetische Problematik sind Reiterhosen. Trotz einer sonst relativ schlanken Gestalt haben die Betroffenen mit isolierten Fettdepots an Beinen und Po zu kämpfen – ein Fettabsaugen per Operation oder eine Fettwegspritze sind für diese Menschen oft der einzige Ausweg. Trotzdem sollte jeder künstliche Eingriff in unseren Körper kritisch hinterfragt werden.