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Ist Milch gesund?

Milch sei nur etwas für Kühe und nicht für Menschen. Diese Meinung hört man immer häufiger. Klar ist: Wer keine Milch verträgt, der sollte sie auch nicht trinken.


Andererseits legt das Sprichwort „Milch macht müde Männer munter“ den Milchgenuss nahe. Wer mit Milch keine Probleme hat, der sollte sich darum ab und an durchaus einen Schluck gönnen, denn Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel und liefert viele, sehr gute Nährstoffe. So ist Kuhmilch nicht nur reich an Kalzium. Milch enthält auch viele Spurenelemente, essentielle Aminosäuren, Fette und Vitamine.

Aus Anlass Weltmilchtages am 1. Juni, der von der Ernährungs- und Landwirtschaftorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und des Internationalen Milchwirtschaftverbandes initiiert wurde, liefern wir euch einige Fakten zur Milch:

Ist Milch gesund?

Milchprodukte|istockphoto.com/velkol|www.istockphoto.com/stock-photo-4125954-milk.phpOb Milch gesund ist oder nicht, scheidet die Geister. Die Kritiker meinen, Milch sei für den Menschen unverträglich, es trinke ja auch niemand Muttermilch.

Auf der anderen Seite liefert Milch viele wertvolle Nährstoffe.

Fakt ist, dass in vielen Regionen der Welt, zu Beispiel in Asien und Afrika, tatsächlich bis auf die Muttermilch, keine Milch getrunken wird und ein Großteil der dortigen Bevölkerung eine Laktoseunverträglichkeit aufweist.

Eine Laktoseunverträglichkeit ist übrigens keine Allergie, denn das Immunsystem ist nicht beteiligt. Nach dem Abstillen lässt in unserem Körper die Aktivität des Enzyms Laktase nach. Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit (Milchzuckerunverträglichkeit) können Milchzucker (Laktose) darum nicht richtig verarbeiten. Eine Milchunverträglichkeit kann sich durch Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall äußern.

In Mittel- und Nordeuropa wird Milch aber von den meisten Menschen sehr gut vertragen, was daran liegen kann, dass wir besonders auf Milch als Kalziumlieferant angewiesen sind. Kalzium ist auch in anderen Nahrungsmitteln wie Brokkoli, Grünkohl, Feigen, Mandeln und Sesam enthalten, aber das Kalzium aus der Milch ist für den Körper besser verfügbar. Vor allem für Kinder ist Milch ein wichtiges Lebensmittel, auf das sie nicht verzichten sollten.

Übrigens: Nur wer keine Milch verträgt, muss nicht zwangsläufig auf alle Milchprodukte verzichten. Quark zum Beispiel hat einen sehr geringen Milchzuckeranteil: 100 Gramm Magerquark = 0,7 Gramm Milchzucker, 100 Gramm Joghurt = 4 Gramm Milchzucker.

Welche Milch soll ich kaufen?

Milch unterscheidet sich in verschiedene Haltbarkeitsstufen:

  • Rohmilch: 3,5-5,0% Fett, unbehandelt und darf nur vom Hof des Erzeugers verkauft werden. In der Schweiz darf Rohmilch auch an Käsereien verkauft werden.
  • Vorzugsmilch: 3,5-4,0% Fett, filtrierte und verpackte Rohmilch, die im Supermarkt erhältlich ist.
  • Frischmilch: durch eine Kurzzeiterhitzung, Pasteurisierung genannt, hergestellt. Die Milch wird 15-30 Sekunden bei 72-75°C erhitzt und ist dann gekühlt 5-7 Tage haltbar.
  • ESL-Milch („extended shelf life“ zu deutsch: länger Haltbarkeit im Kühlregal): eine recht neue Produktionsform, die teilweise die traditionelle Frischmilch aus dem Kühlregal im Supermarkt verdrängt. ESL-Milch wird zwei Sekunden auf 127°C erhitzt, dann sofort auf 90°C und nach einigen Sekunden auf Lagertemperatur abgekühlt. Zusätzlich findet eine Mikrofiltration statt. Die ESL Milch ist, wie der Name sagt, länger haltbar und zwar bei 8-10°C für 12-21-Tage.
  • H-Milch: hergestellt durch Ultrahocherhitzung. Dazu wird sie 2-8 Sekunden auf bis zu 143°C erhitzt und dann auf 4-5°C heruntergekühlt. H-Milch ist ungeöffnet bei Zimmertemperatur 3-6 Monate haltbar.

Die Milch unterteilt sich zudem in verschiedene Fettgehaltsstufen:

  • Landmilch: mindestens 3,8% Fett, Milch mit natürlichem Fettgehalt
  • Vollmilch: mindestens 3,5% Fett
  • Fettarme Milch: 1,5-1,8% Fett
  • Magermilch: maximal 0,3% Fett, entrahmte Milch

abnehmen.net Tipp:

Egal für welche Milch ihr euch entscheidet, bevorzugt auch bei Frischmilch die Tetrapacks oder dunkle Milchflaschen. Denn die in der Milch enthaltenen B-Vitamine, vor allem das Vitamin B2, sind sehr lichtempfindlich. In hellen, durchsichtigen Glasflaschen kann darum der Vitaminverlust durch Sonneneinstrahlung bis zu 80 Prozent betragen.