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Magersucht und Leistungssport

Ein unvorstellbares, aber häufig auftretendes Symptom der Krankheit Magersucht ist der so genannte „Female Athlete Triad“. Dabei spricht man von einer gefährlichen Verbindung zwischen exzessivem Sport und ungenügender Nahrungsaufnahme.


Sport ist Mord“ wird immer gern vom Bewegungsverweigerern herausposaunt. Im Falle von moderatem Freizeitsport liegen sie natürlich vollkommen daneben. Bei Magersucht ist es mit dem Ausspruch schon anders.

Doch wenn man sich den Leistungsport und die teilweise sehr hageren Wettkämpfer, zum Beispiel bei der jüngst beendeten Leichtathletik WM oder im Ballet, ansieht, so gewinnt der Spruch an tragischer Glaubhaftigkeit.

Vor allem bei Sportarten wie Langlauf, Hochsprung oder Weitsprung begegnen wir dünnen, sehnigen Athletinnen, die mit einer Frau oft nur noch ansatzweise etwas gemein haben. Schätzungen vermuten, dass etwa Zweidrittel der weltbesten Langstreckenläuferinnen von dem Krankheitskomplex des "Female Athlete Traid" betroffen sind.

Diese Erkrankung hat drei Symptome: Anorexie (Magersucht) und deshalb auch Untergewicht, Hormonstörung (Amenorrhö), ausbleibende Menstruationsblutung und Rückbildung der Geschlechtsmerkmale (Schrumpfung der Gebärmutter) sowie eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Osteoporose. Die Osteoporose sorgt dann für erhöhte Knochenbrüchigkeit und viele Verletzungen.

Teilweise unterschreiten die Athletinnen die kritische Knochendichte, was in ihrem Job ein noch höheres Risiko darstellt. Immerhin trainieren sie täglich mehrere Stunden, was ein Verletzungsrisiko im Gegensatz zu einer „normalen“ Tätigkeit zusätzlich erhöht.

Die Sportlerinnen setzten mit der Nahrungsverweigerung (Magerscuht) und dem exzessiven Sport ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Aber nicht nur das: Auch die Karriere leidet unter häufigen Verletzungsausfällen durch Knochenbrüche oder Kreislaufbeschwerden.

Knochenbrüche sind jedoch das geringere Übel: Das Herz der Athletinnen wird schwächer, das Immunsystem ebenfalls und die Wahrscheinlichkeit Kinder zu bekommen, sinkt mit jedem Tag. Die Mädchen und Frauen, oft geprägt von Leistungsdruck, Versagensängsten und dem eigenen Kampfgeist, sind schwer zu behandeln.

 

Magersucht und Sport: Eine gefährliche Krankheit

Eine Kombination aus psychologischer Behandlung und Ernährungstherapie, mit besonderem Augenmerk auf einer kalziumreichen Ernährung (Milchprodukte, Milch), sind die Ansätze. Doch verhindern oder heilen kann man diese Sport-Bulimie oder Sport-Anorexie Krankheit damit leider nicht immer. Wie bei einer „normalen“ Magersucht, werden die Patientinnen auch hier häufig rückfällig.

Die Karriere, die paar Gramm weniger, um erfolgreicher zu werden, das treibt diese jungen Sportlerinnen an. Sie nehmen bewusst weniger Nahrung auf, als für ihr Leistungspensum gesund wäre, um abzunehmen. Der Leistungssport mit übertriebenen Anforderungen an den weiblichen Körper, wie zum Beispiel in der Leichtathletik, Gymnastik oder beim Ballet, sind für junge Mädchen häufiger Grund für eine Essstörung. Diese kann bis hin zum Female Athlete Triad führen.

Es wird also Zeit für ein Umdenken im Leistungssport! Gerade Frauen und Mädchen werden täglich mit dem Schlankheitswahn konfrontiert: In Zeitschriften, wenn es um Mode und gesellschaftlicher Akzeptanz geht. Im Sport sollte das nicht auch noch der Fall sein. Sport soll doch ein gesundes Körpergefühl vermitteln. Sport sollte dafür stehen, dass man mit Disziplin und Talent etwas erreicht und nicht mit Hunger, Leid und einer langfristigen Gefährdung der Gesundheit.

Übergewicht bei Kindern vermeiden!

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