Saftfasten

Wie der Name andeutet, ist Saftfasten eine modifizierte Fastenkur und keine Diät. Während beim Fasten, oder auch bei der Null-Diät, gar nichts gegessen wird, gibt es beim Saftfasten ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte sowie Gemüsebrühen. Die Tageskalorienzufuhr ist extrem gering, was die Ursache für ein schnelles Abnehmen beim Saftfasten ist.

Gesamtbewertung

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Wirkung/schneller Erfolg

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kein Hungergefühl

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Einfach durchzuhalten

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Einfach zu verstehen

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wenig Einschränkungen

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zum Auswärtsessen geeignet

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gesundheitlich bedenklich

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Herkunft der Diät

Eine eindeutige Herkunftsquelle kann dem Saftfasten nicht zugeordnet werden. Es könnte seine Ursprünge aber in den religiösen Fasten-Ritualen haben.

Die Ernährung im Detail

Saftfasten startenBeim Saftfasten gibt es Ernährung ausschließlich in flüssiger Form. Als Saft aus Obst und Gemüse, am besten frisch gepresst oder als Brühe, zum Beispiel in Form von Gemüsebouillon. Bei fertig gekauften Säften sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese einen hohen natürlichen Fruchtanteil und keinen zugesetzten Zucker oder Konservierungsstoffe beinhalten.

Pro Tag sollen circa ein bis anderthalb Liter Säfte getrunken werden, womit circa 300 kcal aufgenommen werden. Die empfohlene tägliche Trinkmenge an kalorienarmen Getränken liegt zwischen zwei und drei Litern Wasser oder Kräuter- und Früchtetees. Viele Saftfasten-Programme sind auf eine Woche ausgelegt.

Wie das klassische Fasten beginnt das Saftfasten meist mit einem Entlastungstag (Rohkost, Vollkorn, Gemüse), dem Entleeren mittels Glaubersalz, gefolgt von 5 Tagen an denen nur Säfte, Brühen und Tees getrunken werden und endet mit dem sogenannten Fastenbrechen, den Aufbautagen, an denen der Körper wieder langsam an feste Nahrung gewöhnt wird.

Wie auch bei der Null-Diät soll an dieser Stelle auf die gesundheitlichen Risiken hingewiesen werden. Ein einzelner Saftfasten-Tag wird dem Körper nicht schaden, auch 2-3 Tage werden bei gesunden Menschen keinen Schaden anrichten. Von längerem Saftfasen ist aber auf jeden Fall abzuraten. Längere Fasten-Programme sollten auch bei gesunden Menschen nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Für Schwangere, Stillende, Diabetiker, Menschen mit Krebs, Gicht, Hypoglykämie, Magengeschwüren, Leber-, Nieren- und Lungerkrankungen sowie alle mit einem geschwächten Immunsystem kann Saftfasten sogar sehr gefährlich werden. Auch bei gesunden Menschen treten Nebenerscheinungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Hunger, Schwächeanfälle (Herz- / Kreislauf) und Konzentrationsschwäche auf.

Wie auch beim Fasten oder der Null-Diät verbrennt der Körper während der ersten 24 Stunden zur Aufrechterhaltung seiner Vitalfunktionen die gespeicherten Kohlenhydrate in Form von Glykogen. Sind alle Glykogen-Reserven aufgebraucht, bedient sich der Körper vor allem aus den Fettvorräten, so dass Protein, zum Beispiel im Muskelgewebe, teilweise gespart wird. Aber auch bei kurzen Fastenperioden werden Muskeln abgebaut. Wenn der Körper von der Kohlenhydrat- auf die Fettverbrennung schaltet, werden Ketone produziert. Ketone sind Nebenprodukte des Fettstoffwechsels. Ketonkörper werden in der Niere abgebaut, weshalb die Niere während dem Saftfasten verstärkt belastet wird.

Fastenkuren sollten grundsätzlich nur zeitlich begrenzt und nicht ohne medizinische Bereuung durchgeführt werden.

Dauer der Diät

Das Saftfasten sollte auf keinen Fall über einen längeren Zeitpunkt durchgeführt werden, da es sonst zu gefährlichen Nährstoffmängeln kommen kann.

Vor- und Nachteile

  • Für gesunde Normalgewichtige als „Entgiftungs- oder Entlastungs“-Tag
  • Gefährlich, da es an essentiellen Nährstoffen mangelt
  • Gewichtsverlust ist nicht nachhaltig (Jojo-Effekt)
  • Sport findet nicht statt, im Gegenteil: es wird wertvolle Muskelmasse abgebaut
  • Kein Lerneffekt und keine langfristige Ernährungsumstellung

Gewichtsverlust

Der Gewichtsverlust beim Saftfasten besteht zum Großteil aus dem Verlust von Wasser und wertvoller Muskulatur. Ein effektiver Abbau von Körperfett erfolgt nicht. Zudem verändert sich der Stoffwechsel, der Grundumsatz sinkt während des Saftfastens auf ein Minimum herab. Der Körper wähnt sich in einem Hungerzustand, was bei der anschließenden Umstellung auf normales Essen zum Jojo-Effekt führt. Das abgenommene Gewicht ist schnell wieder drauf.

Kalorien / Punkte zählen

Es werden weder Kalorien noch Punkte gezählt, da lediglich Frucht- und Gemüsesäfte getrunken werden. Die dadurch aufgenommene Kalorienmenge ist minimal und liegt bei circa 300 Kilokalorien.

Sport & Bewegung

Sport ist kein essentieller Bestandteil des Saftfastens. Für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion und vor allem für den Erhalt wertvoller Muskelmasse, sollte Sport aber Bestandteil einer jeden Diät sein.

Zusätzliche Informationen

  • Mehr zum Saftfasten

Nährstoff-Beurteilung

Es mangelt während dem Saftfasten an allen essentiellen Nährstoffen. Besonders die geringe Proteinzufuhr ist gefährlich, da Eiweiße vom Körper nicht gespeichert werden können. Ebenfalls fatal ist der Mangel an essentiellen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.

Beispieltag

  • Frühstück: 250 ml Orangensaft
  • Snack: 250 ml Tomatensaft
  • Mittag: 250 ml Möhrensaft
  • Snack: 250 ml Kirschsaft
  • Abend: 250 ml Tomaten-Sellerie-Saft

Ähnliche Diäten

  • Null-Diät
  • Ananas-Diät
  • Hollywood-Diät
  • Master Cleanse Diät
  • Marthas Vineyard Diät
  • Heilfasten

Expertenfazit

Saftfasten startenDas Saftfasten ist, ebenso wie eine Null-Diät, eine sehr extreme Form der Gewichtsreduktion und nicht zum Abnehmen geeignet. Vor allem weil durch den, durch die Stoffwechselumstellung bedingten, Jojo-Effekt in Kürze alle Kilos wieder drauf sind. Für erfolgreiches Abnehmen und einen effektiven Abbau von Körperfett ist das Saftfasten nicht zu empfehlen und sogar kontraproduktiv.

Der Körper unterliegt während dem Saftfasten einer hohen Belastung, da er den Stoffwechsel umstellen sowie sämtliche Energie für grundlegende Lebensfunktionen (Atmen, Zellteilung) aus den eigenen Reserven bereitstellen muss.

Zwar erhält der Körper, im Gegensatz zur Null-Diät, wenigstens etwas Energie und einige Vitamine und Mineralien. Trotzdem sollte auch diese Diätform auf keinen Fall länger angewendet werden. Saftfasten eignet sich bestenfalls für gesunde Normalgewichtige, die einfach mal ein oder zwei Entlastungstage einschieben möchten. Zur ernsthaften und effektiven Gewichts- und vor allem Körperfettreduktion ist aber weder das Saftfasten, noch das normale Fasten geeignet.

Aus medizinischer Sicht sollte ein Arzt sein Einverständnis gegeben haben und das Saftfasten sollte auf keinen Fall länger durchgeführt werden. Längeres Saftfasten sollte nur unter medizinischer Betreuung in speziellen Fastenkliniken durchgeführt werden. Wird das Saftfasten zu Hause durchgeführt, so sollten dafür Tage gewählt werden, an denen keine stärkeren, stressigen, körperlichen Belastungen anstehen.

Für alle die ernsthaft abnehmen möchten, ist das Saftfasten auf keinen Fall der richtige Weg.