Scarsdale Diät

Die Scarsdale-Diät wirbt damit sicher, lecker, einfach umzusetzen und zufrieden stellend zu sein – und zu einem schnellen Gewichtsverlust zu führen. Scarsdale-Erfinder Dr. H. Tarnower formuliert das so: „Ich persönlich erkläre die erstaunliche Beliebtheit der klinischen Scarsdale-Diät mit zwei Worten: „Sie funktioniert“.“ Tarnower hatte den Anspruch, eine möglichst einfache und schnell wirkende Diät zu entwickeln bei der man schnell abnehmen kann. Das Ergebnis dieser Überlegungen war eine stark kalorienreduzierte Reduktionsdiät.

Gesamtbewertung

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Wirkung/schneller Erfolg

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kein Hungergefühl

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Einfach durchzuhalten

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Einfach zu verstehen

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wenig Einschränkungen

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zum Auswärtsessen geeignet

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gesundheitlich bedenklich

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Herkunft der Diät

Der ScarsdaleDiätplan wurde von dem Kardiologen Dr. Herman Tarnower im Laufe seiner medizinischen Praxis entwickelt und in den 70iger Jahren als Diätbuch publiziert. Die Scarsdale-Diät ist nach der Stadt Scarsdale im amerikanischen Bundesstaat New York benannt, in der Dr. Tarnower praktizierte. In Scarsdale gründete er 1957 das Scarsdale Medical Center. Freunde überzeugten den Arzt, seine Erfahrungen mit Übergewichtigen Patienten in einem Buch festzuhalten. Tarnower wurde 1980 – im Alter von 70 Jahren – von seiner ehemaligen Geliebten Jean Harris erschossen.

Die Ernährung im Detail

Scarsdale Diät startenDie Ernährung während der Scarsdale-Diät besteht aus einer eiweißreichen, dafür aber fett- und kohlenhydratarmen Kost – eine ketogene Diät. Der während der Diät erlaubte Kaloriengehalt pro Tag ist sehr gering, was primär der Grund für den erzielten Gewichtsverlust während der Scarsdale-Diät ist.

Während der Scarsdale-Diät soll der Diät’ler sich exakt an den für zwei Wochen aufgestellten Diätplan halten. Die empfohlenen Lebensmittelkombinationen sind strikt einzuhalten. Nach der Diät soll das Gewicht mit den Vorschlägen der „Scarsdale-Trimm-Dich-Ernährung“ stabilisiert und gehalten werden. Zwischen 14-Tage-Diätplan und Trimm-Dich-Plan wird abgewechselt bis das Wunschgewicht erreicht ist.

Der Speiseplan während der Scarsdale-Diät setzt sich aus 43 % Eiweiß, 22,5 % Fett und 34,5 % Kohlenhydraten zusammen. Diese Nährstoffkombination soll vermehrt Fett als Energiereserve des Körpers verbrennen und damit zum Abnehmen führen.

Die Scarsdale-Diät ist eine Low-Carb-Diät, der Stoffwechsel wird auf die so genannte Ketose umgestellt. Da dem Körper während einer ketogenen Diät nur sehr wenig Kohlenhydrate – der Hauptbrennstoff des Körpers – zur Verfügung stehen, schaltet der auf Fettstoffwechsel um und baut zur Energiegewinnung vor allem die in der Leber und im Fettgewebe vorhandene Fette zu Ketonen oder Kentonkörpern um. Der Zustand der Ketose gilt als erreicht, wenn im Blut mehr Ketonkörper als Glukosemoleküle kreisen bzw. wenn über den Urin Ketonkörper ausgeschieden werden.

Dr. Tarnower weist darauf hin, dass die Ketonkörper-Produktion sicher zum Abnehmen ist, es sei denn man leidet unter Diabetes, Alkoholismus oder ist Schwanger. Täglich nimmt man mit der Scarsdale-Diät zwischen 850 und 1.000 Kilokalorien zu sich.

Richtlinien der Scarsdale-Diät:

  • Exakt an die Vorgaben halten und keine Ausnahmen machen
  • Kein Alkohol
  • Nur Karotten oder Sellerie als Snacks zwischen den drei Hauptmahlzeiten
  • Sobald man satt ist soll man mit dem Essen aufhören
  • Die Diät nicht länger als 14 Tage am Stück durchführen

Tipps zum Abnehmen mit der Scarsdale-Diät sind:

  • Zeit zum gründlichen Kauen nehmen
  • eine beschichtete Pfanne benutzen (zum fettarmen Braten)
  • mit Kräutern und Gewürzen kochen (Geschmack ohne Kalorien)

 

Scarsdale Diätplan

Das Scarsdale-Diätbuch gibt einen genauen Diätplan mit Rezepten für eine Woche vor. Der 7-Tage-Plan wird dann in der darauf folgenden Woche wiederholt – fertig ist der 14 Tage Plan.

Abwechslung gibt es bei den 7-Tage-Rezepten recht wenig. Morgens soll eine halbe Grapefruit oder anderes Obst gegessen werden, zudem eine Scheibe trockenes Brot oder Toast. Das Frühstück ändert sich im Laufe der 14-Diättage nicht – es gibt jeden Tag das Gleiche. Als Getränke dürfen Kaffee, Tee, Wasser oder Diät-Softdrinks getrunken werden.

Mittags oder abends gibt es an jedem der 7 Tage etwas anderes – viel Abwechslung bedeutet dies aber nicht: Hühnchen- oder Putenfleisch oder Fisch mit Gemüse oder Salat. Zum Beispiel:

Montag

  • Mittags: Tomaten (geschnitten, gedämpft oder gegrillt), Aufschnitt
  • Abends: Fisch oder Krustentiere, Salat (Blattsalate und Gemüse), 1 Scheibe getoastetes Brot, Grapefruit (oder anderes Obst)

Dienstag

  • Mittags: gegrillter magerer Hamburger, Salat (mit Tomaten, Sellerie, Gurken, 4 Oliven, Sprossen)
  • Abends: Obstsalat (beliebige Obstsorten)

Als Dessert darf morgens oder abends ab und an eine Grapefruit gegessen werden. Während der Scarsdale-Diät sind zudem zahlreiche Lebensmittel verboten: Süßigkeiten, Desserts, Fette von Milchprodukten, Mehlprodukte wie Pasta und Tiefkühlprodukte.

Das Diätbuch bietet auch einen alternativen Diätplan für Vegetarier, Feinschmecker, Sparfüchse und die internationale Küche (u.a. mit Gerichten aus Griechenland, Italien und Japan).

Nach den strikten 14 Tagen wird zum so genannten „Trimm Dich Ernährungsplan“ gewechselt. Er besteht aus weniger Verboten und Einschränkungen und lässt eine größere Lebensmittelauswahl zu. Zum Beispiel sind Magermilch und Alkohol in Maßen erlaubt. Die meisten Fette und Kohlenhydrate bleiben jedoch weiterhin verboten.

Den „Trimm Dich Ernährungsplan“ soll man mindestens für 2 Wochen beibehalten – oder bis es wieder zu einer leichten Gewichtszunahme von 2 oder mehr Kilo über dem Wunschgewicht kommt. Wenn diese leichte Gewichtszunahme eintritt, soll man erneut den strikten Original-Diätplan für ein oder zwei Wochen durchführen.

Dauer der Diät

Die restriktiven 14 Tage der Scarsdale-Diät sollen auch nur maximal für 2 Wochen am Stück durchgeführt werden. Dazwischen soll immer in die Gewichtshalte-Phase gewechselt werden. Grundsätzlich soll die Scarsdale-Diät laut Dr. Tarnower in diesem Rhythmus bis zum Erreichen des Wunschgewichts durchgeführt werden.

Vor- und Nachteile

  • Hoher Anteil an frischem Obst und Gemüse
  • Einfach umzusetzen, auch für Kochmuffel
  • Kaloriengehalt ist zu gering – Hunger ist vorprogrammiert
  • Zu viel Eiweiß (43%), besonders durch hohen Fleischanteil
  • Zu wenig gesunde Fette und zu hoher Anteil an gesättigten Fetten
  • Sport spielt keine Rolle
  • Sehr strikte Vorgaben sind über einen längeren Diätzeitraum schwer durchzuhalten
  • Keine nachhaltige Umstellung auf eine gesunde Ernährung

Gewichtsverlust

Laut Angaben in dem Diätbuch zur Scarsdale-Diät sollen 10 Kilogramm in den ersten 2 Wochen abgenommen werden können. Dieser Gewichtsverlust wird jedoch größtenteils durch Wasserverlust erzielt.

Kalorien / Punkte zählen

Während der Scarsdale Diät müssen keine Kalorien gezählt werden, man muss sich aber strikt an die täglichen Vorgaben halten. Es dürfen keine Mahlzeiten ausgetauscht oder ersetzt werden. Die Restriktion der täglich aufgenommenen Kalorienmenge ist sehr streng, ebenso die Auswahl der erlaubten Lebensmittel.

Sport & Bewegung

Dem Sport wird während der Scarsdale-Diät keine große Beachtung geschenkt. Dr. Tarnower erwähnt in seinem Diätbuch, dass ein Gewichtsverlust allein durch Sport sehr schwierig ist, gibt aber einige Empfehlungen für sportliche Aktivitäten wie zügige Spaziergänge, Tennis, Schwimmen und Golf. Circa 300 kcal sollten täglich durch Bewegung zusätzlich verbrannt werden.

Zusätzliche Informationen

Nährstoff-Beurteilung

Zum einen sind die während der Scarsdalediät täglich zugeführten 850 – 1.000 Kilokalorien sehr wenig, zum anderen ist der Eiweißanteil während dieser Diät deutlich zu hoch und der Anteil an gesunden, essentiellen Fetten viel zu gering. Bei längerer Anwendung der Scarsdale-Diät kann es zu Mangelerscheinungen und körperlichen Schäden kommen.

Beispieltag

  • Frühstück: 1 Scheibe getoastetes Brot und eine halbe Grapefruit
  • Snack:
  • Mittag: Gemischter Salat mit Thunfisch und 1 Tasse Honigmelone
  • Snack: Babykarotten und Sellerie
  • Abend: Gebackener Lachs mit Salat

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Expertenfazit

Scarsdale Diät startenDer zweiwöchige Diätplan der Scrasdalediät ist sehr restriktiv und zu kalorienarm. Hunger, Antriebslosigkeit und Müdigkeit sind fast unausweichliche Begleiterscheinungen. Weitere unangenehme Begleiterscheinungen sind Mundgeruch – da sich unser Körper der Ketonkörper auch über die Mundschleimhaut entledigt – sowie erhöhte Harnstoffmengen im Blut (Gichtgefahr).

Da die Hauptenergiequelle des Körpers – die Kohlenhydrate – ihm nur in sehr geringen Mengen zugeführt werden, wird der Körper gezwungen, auf den Fettstoffwechsel (Ketose) umzustellen. Der Gewichtsverlust am Anfang dieser Low-Carb Diät beruht hauptsächlich auf Wasserverlust. Zudem säuern Ketonkörper das Blut stark an. Damit es nicht zur Übersäuerung kommt, mobilisiert der Körper Kalzium aus den Knochen, um die Säure im Blut zu neutralisieren.

Mit täglich 850 bis 1.000 kcal kommt es zudem zu Nährstoffdefiziten. Gesunde ungesättigte Fette sind in zu geringem Anteil enthalten – dafür isst man während der Scarsdale-Diät einen zu hohen Anteil der, zur Arterienverkalkung beitragenden, gesättigten Fette aus Fleisch und Käse.

Sport und Bewegung kommen zu kurz, ebenso die Umstellung auf ein neues gesundes Essverhalten. Die Empfehlung sich täglich zu wiegen ist kontraproduktiv, da sie einen unnötigen Erfolgsdruck aufbaut (tägliche Gewichtsschwankungen sind normal).

Der Scarsdale-Diätplan setzt statt auf gesundes abnehmen eher auf „herunter hungern“. Wem es nichts ausmacht für 14 Tage Hunger zu leiden, der kann mit der rigiden Scarsdale-Diät sicher ein paar Pfunde loswerden. Die Anwendung und Zubereitung der wenigen erlaubten Lebensmittel ist simpel – man muss kein Küchengenie sein. Dass die abgehungerten Kilos jedoch dauerhaft wegbleiben, ist unwahrscheinlich.

Die längere Anwendung dieser Crash-Diät ist wegen des vorprogrammierten Hungers schwer durchzuhalten und aufgrund des Nährstoffverhältnisses für den Körper gefährlich. Wer viel Gewicht reduzieren muss, sollte darum unbedingt die Finger von dieser Diätform lassen.

Kleiner Pluspunkt der Scarsdale-Diät ist, dass einige Mahlzeiten aus viel Obst und Gemüse bestehen.