abnehmen.net

Schönheitsideal: Was ist wirklich schön?

Von Rubens zu Kate Moss in weniger als 500 Jahren. Wie kam es überhaupt zu unserem heutigen Schönheitsideal? Und was ist denn nun wirklich schön? Hast Du als Frau schon einmal einen Mann sagen hören: »Boar, die sieht ja toll aus mit ihren Hüftknochen und hast Du die Schlüsselbeine herausragen sehen…«

Nein? Aber viele Frauen sagen das zu sich selbst und das, obwohl Sie wissen, dass unser heutiges Schönheitsideal nicht gesund ist und auch für viele Männer eher unattraktiv. Trotzdem spüren viele den Druck sehr schlank sein zu wollen, weil nur dünn schön sei.

War die wohl genährte Frau lange ein Schönheitsideal, so ist es jetzt die schlanke, teilweise dürre Frauengestalt die uns in allen Medien als Vorbild dient. Die Hungehaken-Optik mit Size “Zero” war keinesfalls immer ein Ideal. Erst im letzten Jahrhundert änderte sich das Schönheitsideal und Frauenbild gewaltig: Wer hätte das gedacht? Die Emanzipation ab Mitte des 19. Jahrhunderts brachte langsam aber stetig den Trend des androgynen Frauenbildes. Frauen wollten damals nicht mehr mütterlich heimelig sein und wehrten sich unter anderem mit einem schlanken, jungenhaften Aussehen gegen das patriarchalische Rollenbild „Frau am Herd“.

Und was haben wir Frauen in der westlichen Welt jetzt davon? Gut, die Männerwelt wurde ordentlich aufgemischt und Frauen haben mehr Freiheit. Der Protest von damals, nicht rund und fraulich zu sein, scheint die Damen heute aber schon wieder unterjochen zu wollen – Ein neues Schönheitsideal wurde geschaffen. Nicht wenige haben das Gefühl, im Fernsehen und in Zeitschriften, ständig den gleichen Typ Frau vorgehalten zu bekommen und fühlen sich unter Druck gesetzt. Aber stimmt das? Ist unser Schönheitsideal wirklich so einseitig?

Nein, nicht ganz. Nur in den westlichen Kulturen wurde Schlanksein zu einem Zeichen für höheren sozialen Status. Und hoher Status bedeutet auch schön und sexy. In ärmeren Ländern gelten immer noch kräftigere Frauen als schöner, weil der Hunger hier noch weit verbreitet ist. In Mitteleuropa und den U.S.A. ist es mittlerweile das Gegenteil: Dicksein suggeriert einen niedrigeren sozialen Status. Es wird deshalb auch nicht als attraktiv empfunden.

Forschung um das Schönheitsideal

Seit den 60er Jahren beschäftigen sich Psychologen intensiv mit dem Schönheitsideal in unserer Gesellschaft und Kultur. Dabei wurde zumindest ein allgemein gültiger Schlüssel für das Schönheitsideal gefunden: Das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Auch Urvölker entscheiden nach diesem Verhältnis, ob die Frau schön ist oder nicht.

Das Verhältnis von Taille und Hüfte sollte 0,7 entsprechen, damit es ideal auf Männer- und Frauenaugen wirkt. Dabei ist es fast unwesentlich, wie breit die Hüfte und die Taille jeweils sind. Die Proportion muss eben stimmen. Weitere Forschungen ergaben: Ein großer Busen und lange Beine sind auch nicht zu verachten.

Die fünf Faktoren Körperfülle, Beckenbreite, Taillenweite, Oberweite und Beinlänge sind also ausschlaggebend. Daraus entwickelten die Psychologen der Uni Regensburg vier Frauentypen, die dem heutigen Ideal entsprechen:

  • Typ 1: normalschlanke Frau
  • Typ 2: Sanduhrfrau (90-60-90)
  • Typ 3: sportlich schlanke Frau mit schmalem Becken und großer Oberweite
  • Typ 4: die dünne Barbie-Frau mit schmaler Taille, und langen Beinen

Nicht dabei? Keine Angst, die Forscher aus Regensburg haben noch 243 Kombinationsmöglichkeiten der 5 ausschlaggebenden Faktoren auf dem Tisch. Da bist bestimmt auch Du dabei. Übrigens: Das Extrem, also superdürre Klappergestelle, sind jedoch kein Ideal, genau wie Adipositas auch im Mittelalter nicht als attraktiv galt.