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Sinne schärfen und weniger essen

Jahrelanges, falsches Essverhalten führt zu Übergewicht. Dabei verlernen wir, auf das Hungergefühl zu hören. Das Essen wird „zweckentfremdet“. Wer die Sinne wieder schärft, kann weniger essen. Statt den Hunger zu stillen, wird es zur Gewohnheit viel zu essen. Auf das Hungergefühl zu hören ist nicht leicht, weil uns gerade der Appetit immer wieder zum Essen verführt. Wer die Sinne schärft kann den Appetit befriedigen und weniger essen.

Nur wenn man wieder alle Sinne schärft und beim Essen sowie vor den Mahlzeiten in sich geht, kann man das Hunger- und Sattgefühl wieder besser einordnen und auf die Signale des Körpers mit einem gesunden Essverhalten reagieren. Das heißt genau: Weniger Essen statt anders essen.

Unsere Sinne zeigen uns instinktiv und ganz natürlich, ob wir hungrig sind oder nicht. Hör also auf sie und werde sinnlicher beim Essen. Damit isst Du nur so viel, wie Du essen musst und nicht mehr als Du brauchst:

1) Geruch

Der Geruch des Essens kann uns den Appetit verderben. Aber auch den Appetit anregen, wo gar kein richtiger Hunger ist. Wer kennt es nicht: Eben noch gestresst durch die Straßen gehetzt und plötzlich, neben einer Bäckerei packt Dich das Hungergefühl, denn es riecht so außerordentlich gut nach frisch Gebackenem.

Wenn Du abnehmen willst, solltest Du nicht nur der Nase nachgehen, sondern auch auf den Magen hören: „Ist es wirklich Hunger oder ist es eher Appetit?“. Halt Dir zu diesem Zwecke kurz die Nase zu (vor der Bäckerei möglichst unaufällig) und geh in Dich. Wenn der Bauch knurrt und Du wirklich Hunger hast, dann hat Dich Dein Geruchssinn nicht getäuscht. Wenn Du aber beim Zuhalten der Nase merkst, dass Du auch ohne frisches Brötchen weitergehen kannst, dann nix wie weg vom Bäcker.

Auch beim Essen selbst solltest Du beachten: Wenn Du den Geruch der Mahlzeit noch registrierst, dann bist Du noch nicht satt. Atme nach jedem Bissen durch die Nase ein und rieche bewusst. Läuft Dir nach der Riechprobe nicht mehr das Wasser im Mund zusammen, bist Du wohlmöglich schon satt und solltest aufhören zu essen oder zumindest kurz pausieren und etwas trinken.

2) Geräusche

Eros Ramazotti verschärft in Kombination mit rot weiß karierten Tischdecken den Appetit auf Pasta und Pizza um ein Vielfaches. Musik beim Essen bedeutet Gemütlichkeit und Genuss, aber auch mehr Appetit. Natürlich soll man im Restaurant jetzt nicht verlangen, dass die Musik ausgeschaltet wird.

Du solltest aber beim Essen konzentriert bleiben. Wenn Du zwischen den Happen pausierst, einen Schluck trinkst und bewusst der Musik zuhörst, macht dies schneller satt als Zuhören und Essen gleichzeitig.

3) Sehen

Eine Studie des U.S.-Magazins „Obesity Research“ besagt, dass man etwa 24 Prozent weniger isst, wenn man das Essen vor sich nicht sieht. Der Anblick leckerer Gerichte verursacht zum Einen zusätzlichen Appetit, zum Anderen erinnert er uns an den erlernten Zwang, zu essen bis der Teller leer ist. Weniger hinsehen, heißt also auch weniger essen.

Wer es einmal ausprobieren will, findet in Berlin, München, Bielefeld, Essen, Rostock und anderen größeren Städten die Gelegenheit zum “Dinner in the Dark”.

4) Tasten

Es gibt Nüsse und Erdnussbutter, Erdbeeren und Erdbeermarmelade, Kartoffeln und Kartoffelmus. Alles fühlt sich sowohl in der Hand als auch im Mund unterschiedlich an. Mus und Creme sind schnell verschlungen und machen uns wenig Arbeit beim Kauen. Das Kauen zwingt aber zur Ruhe beim Essen und ist für die Verdauung, durch vermehrte Speichelbildung, viel gesünder.

Das Kauen von Speisen ist auch eine psychische Erinnerung: Du kaust, also isst Du auch bewusster. Du kannst beim Kauen besser in Dich gehen und eher hören, wann das Sattgefühl eintritt. Kau deshalb jeden Bissen intensiv, schmecke bei jedem Biss was es ist und pausiere nach dem Herunterschlucken kurz.

Bevorzuge immer Lebensmittel, die gekaut werden müssen, knusprig oder knackig sind. Genieße dabei bewusst jeden einzelnen Bissen.

5) Geschmack

Von Natur aus bevorzugen wir Lebensmittel mit hohem Kaloriengehalt wie Fett und Zucker. Mit gutem Geschmack will uns der Körper sagen: “Super Energielieferant, der schafft ordentlich Reserven, iss nur!”. Was früher, bei schwerer körperlicher Arbeit oder Hungersnöten, durchaus Sinn machte ist heute in der westlichen Welt überflüssig.

Der Kalorienbedarf ist bei uns mehr als gedeckt. Fett und Zucker sind eher Gefahr als Nutzen für unseren Körper und die Gesundheit. Da wird es Zeit, der Evolution zuvor zu kommen und den Geschmackssinn auf gesunde, fettarme Kost umzupolen. Geht nicht? Doch es ist möglich:

Eine weitere U.S. Studie bewies, dass das Antrainieren einer fettarmen Kost möglich ist. Nach sechs Monaten, in denen die Studienteilnehmer fettige Produkte gegen Fettarme austauschen mussten,  bevorzugten die Probanten von allein gesunde und fettarme Kost und empfanden diese als wohlschmeckender. Es ist also alles nur eine Sache der Gewohnheit!

Isst man beispielsweise über ein paar Monate hinweg jeden Tag zwei Stück eines Gemüse, welches man nicht unbedingt liebt, so gewöhnt sich unsere Geschmackssinn so daran, dass er dieses Gemüse irgendwann als lecker empfindet und nicht mehr missen will. Geschmack ist trainierbar wie ein Muskel.

Probiert also auch mal die Halbfettbutter oder den natürlich fettarmen Hüttenkäse und esst dieses regelmäßig. Nach einiger Zeit werdet ihr den gesunden Produkten gegenüber Pommes, Burgern und fetter Wurst den Vorzug geben.

Erfahrt hier, wie es zu Heißhunger kommt und was man gegen den großen Appetit tun kann.