Weltmeisterschaft in Südafrika
Alle vier Jahre wieder – auch 2010 wird uns die Weltmeisterschaft in Südafrika in den ultimativen Bann ziehen. Ein ganze Nation wird von Mitte Juni einen Monat lang unseren Kicker die Daumen drücken. Ob es nun vor dem Fernseher ist, beim Public Viewing oder live in Südafrika, die Fußball WM ist ein gesellschaftliches Massenphänomen.
Selbst Leute, die sonst nichts mit Fußball am Hut haben, mutieren in diesen Sommermonaten zu wahren Fußball-Experten. Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hat gezeigt, in welchen unglaublichen Freudentaumel ein Volk verfallen kann, wenn man es nur feiern lässt. Gerade im Ausland waren viele Menschen erstaunt, wie ausgelassen und heiter die Deutschen sein können – gelten sie doch allgemein als steif und unnahbar.
Noch eine wichtige Botschaft der Weltmeisterschaft 2006: Trotz wahnsinniger Menschenmassen, gerade beim Public Viewing, kam es im ganzen Lande zu keinen nennenswerten Ausschreitungen oder Komplikationen. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika werden die Sicherheitsvorkehrungen noch eine ganz andere Stufe erreichen. Das ist sicherlich auch nötig. Wenn man bedenkt, dass in Südafrika noch vor 16 Jahren das Gesetz der Apartheid Bestand hatte.
Fußball Weltmeisterschaft im ehemals rassistischen Südafrika
Apartheid ist ein Gesetz der Rassentrennung, dass 1950 von der Nationalen Partei in Südafrika verabschiedet wurde. Danach durften wurden Menschen einer bestimmten Rasse zugeordnet. Die weißen Südafrikaner besaßen alle kulturellen, politischen und sozialen Privilegien. Schwarzen Südafrikanern war es beispielsweise untersagt, gleiche öffentliche Einrichtungen zu besuchen.
Auch wenn seitdem einige Jahre vergangen sind, sind soziale Konflikte zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika an der Tagesordnung. Die FIFA wollte mit der Vergabe der Weltmeisterschaft 2010 nach Südafrika ein Zeichen setzen und zeigen, dass sie Vertrauen in den afrikanischen Kontinent hat. Der Präsident der FIFA sprach von einer symbolischen Wertschätzung gegenüber Afrika, das in den letzten Jahrzehnten so viele hervorragende Fußballer hervorgebracht hat.
Wer aber wird im Jahre 2010 Fußballweltmeister? Die Wettanbieter sehen in Brasilien und Spanien die Favoriten. Für Deutschland stehen die Quoten 1:13. Das heißt, wenn man im Vorfeld der Weltmeisterschaft 10 Euro auf einen WM-Sieg für Deutschland setzt, bekommt man im Falle des Falles 130 Euro ausgezahlt. Mit dem Ausfall von Kapitän Michael Ballack sind die Chancen von Deutschland auf den Weltmeister-Titel merklich gesunken. Allerdings kann so ein herber Verlust auch neue Kräfte frei setzen, nach dem Motto: Jetzt erst recht. Gerade auf diesem hohen Niveau werden viele Spiele im Kopf gewonnen. Das Selbstvertrauen spielt nicht nur im Fußball eine wichtige Rolle.
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