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Steigt der Kalorienverbrauch bei Kälte?

Braucht der Körper wirklich mehr Energie bei Kälte und kann man mit Hilfe des Winters leichter abnehmen? Dieser Frage gehen wir einmal nach. Der Mensch ist ein Warmblüter. Er hält seine Temperatur stets auf circa 37°C. Bei starker Hitze schwitzen wir, um mit dem Schweißfilm auf der Haut unseren Körper abzukühlen. Dadurch werden wir überschüssige Hitze los. 

Kalorienverbrauch zur Wärmegewinnung

Bei Kälte zittern wir, um den Körper aufzuwärmen, um Muskeln in Bewegung zu bringen und damit Wärmeenergie zu erzeugen. Das Schwitzen und Zittern hat sich der Körper nur angeeignet, um seine Temperatur auf 37°C zu halten, komme was wolle.

Bei Kälte steigt der Grundumsatz. Der Grundumsatz umfasst unter anderm die Energie die zur Erhaltung der Körpertemperatur eingesetzt wird. Bei starker Kälte (ca. -10 ° C) an der Luft steigt der Grundumsatz um circa fünf Prozent.

Das bedeutet, dass eine 70 Kilo schwere Frau, die einen normalen Grundumsatz von 1.695 Kalorien hat, an einem -10°C kaltem Wintertag ungefähr 84 Kalorien mehr verbrauchen würde. Die 84 Kalorien mehr erhalten ihre Körperwärme aufrecht.

Das ist natürlich nur Theorie, denn wir sitzen oder stehen bei -10°C nicht in der Kälte, sondern heizen in geschlossenen Räumen und haben damit stets eine angenehme Temperatur von circa 20 bis 21°C um uns herum.

Wirklich höher ist der Kalorienverbrauch in der Praxis also nicht. Jedoch haben Wissenschaftler des Schwedischen Karolinska-Instituts in einem Mäuse-Test herausgefunden, dass Kälte möglicherweise unseren Fettstoffwechsel verändert.

Wir Menschen und Tiere neigen dazu, für kalte Tage oder eine Hungersnot Fettreserven zu speichern. Das Fett liegt jedoch „brach“ im Körper. Fett ist eine inaktive Masse die nicht mit Blut versorgt wird und deswegen selbst keine Wärme produziert.

Fettpölsterchen schmelzen bei Kälte

Bei den Mäusen in der Schwedischen Studie lagerte das Fett ebenso inaktiv in den Pölsterchen wie bei uns. Die Studie zeigte, dass sich das Fett der Mäuse bei Kälte jedoch veränderte. Es verwandelt sich in einen aktiven Wärmeschutz: Bei Kälte bildet der Körper im Fettgewebe Blutgefäße, um die Reserven besser und schneller anzapfen zu können. Das Mäusefett wurde bei Kälte also stärker als Energiespender genutzt. Die Mäuse verbrannten bei Kälte mehr Fett als bei normalen Temperaturen.

Bei uns Menschen soll dies, so die Forscher, ähnlich sein. Die höhere Fettverbrennung kann das Abnehmen unterstützen. Nun erhoffen sich die Schweden weitere Erfolge. Die Forschung soll sich nun darauf beziehen, wie man die Fettreserven im Körper auch bei normalen Temperaturen mit Blutgefäßen versetzen kann. Durch Kältetherapie zum Beispiel, oder Wechselduschen?

Mögliche Ergebnisse weiterer Studien können dann bei Übergewichtigen eingesetzt werden. Wer seine Fettpölsterchen aktivieren und so mehr Fett verbrennen will, sollte die Kälte für ausgiebige Spaziergänge nutzen. So kann man den frostigen Temperaturen, zumindest beim Abnehmen, auch etwas Positives abgewinnen.