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Tischmanieren zum Abnehmen

Wer sich am Esstisch den Regeln von Knigge & Co. unterwirft, isst automatisch gesünder, bleibt schlank und kann sogar ein paar Kilos abnehmen.


Die Etikette ist Leitlinie für den zwischenmenschlichen Umgang und das Verhalten in bestimmten Situationen. So gibt es im Knigge, dem Standard-Werk in Sachen Manieren, auch Regeln für das Verhalten am Esstisch.

Gerade die gemeinsamen Mahlzeiten sind mit Fettnäpfchen und Verstößen gegen die Höflichkeit nur so gespickt. Tischmanieren geben dem Essenden auch Möglichkeiten, langsamer, bewusster und damit weniger zu essen.

Tischmanieren-Knigge|pixelio.de/Jeanne|www.pixelio.de/details.php?image_id=271812Nimmt man sich also vor gesitteter zu essen, kontrolliert man sein Hunger– und Sattgefühl besser und kann ohne  Diät Gewicht abnehmen. Die goldenen Regeln für anständiges und figurfreundliches Essen lauten:

Mit vollem Mund wird nicht gesprochen

Essen und dabei reden wirkt beiläufig, sowohl für das Kauen und Schlucken, als auch für den Gesprächpartner. Wir nehmen nicht wahr, welche Mengen wir während des Redens essen. Das Sättigungsgefühl wird durch die Ablenkung unterdrückt und der Gesprächspartner bekommt ungewollt tiefe Einblicke in den Kauprozess.

Wer mit Nahrung im Mund nicht spricht, muss das Gespräch zwischen dem einem und dem nächsten Bissen führen. Das erzwingt automatisch ein langsameres Essen mit langen Pausen. Die Reizübertragung von Magen zu Hirn braucht ca. 20 Minuten. Das Sattgefühl wird früher gespürt, wenn man diese Tischregel einhält.

Weniger ist mehr

Gierig zu sein ziemt sich nicht. Schon gar nicht, wenn es ums Essen geht. Die Portionsgrößen sollten nie nach Habgier und Völlerei aussehen, sondern eher eine edle Bescheidenheit ausstrahlen. Das heißt auch, dass man das Buffet nicht mehrere x-mal besuchen soll. Weniger Essen zeugt von Zurückhaltung und Beherrschung. Das kommt immer gut an. Wer diese Tugend beim Essen beweist, isst selten zu viel.

Korrekt gedeckt

Wer Gäste einlädt, deckt den Tisch aufwändig und schön, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Warum nicht jeden Tag einen guten Eindruck machen und jede Mahlzeit mit einem standesgemäßen Gedeck rühmen? Wer das Essen zu einem angenehmen Ritual macht und sich Zeit für die Vorbereitung nimmt, genießt das Mahl gleich viel bewusster.

Tisch gedeckt|pixelio.de/manwalk|http://www.pixelio.de/details.php?image_id=254519Statt im Stehen in der Küche schnell ein Sandwich hinter zu schlingen, nimmt man sich lieber etwas für die Dekoration und das richtige Ensemble an Geschirr, Gläsern und Besteck. Die Freude auf das Essen und der Genuss lassen uns zur Ruhe kommen.

Anständig sitzen

Man sitzt, das wusste schon Mama, gerade im Stuhl, mit beiden Füßen auf dem Boden. Keine verschränkten Beine, die Arme liegen leicht auf dem Tisch. Sitzt man auf den vorderen zwei Dritteln der Stuhlsitzfläche können die Arme fast im 45° Winkel auf den Tisch gelegt werden. So muss man sich zum Essen nicht vorbeugen.

Der Weg des Löffels vom Teller zum Mund sollte keinesfalls – nach dem Motto: „Wir treffen uns auf halben Wege“ – verkürzt werden. Wer diese Sitzhaltung einnimmt, wird das Besteck automatisch nicht zu voll laden können. Das Essen darauf muss den Transport bis zum Mund überstehen. Wir essen somit entspannter, ruhiger und langsamer.

An anderen orientieren

Laut Etikette sollen bei einer Tisch-Gesellschaft möglichst alle im selben Tempo essen. Das heißt, dass man nicht im Essen herumstochern darf, aber auch nicht hastig wie ein Bär schlingen darf. Mittelmaß ist gefragt. Man sollte die Durchschnitts-Essgeschwindigkeit anstreben. Wer sich unsicher ist, orientiert sich an den etwas langsameren Dinner-Gästen. Wem die Pausen zu lang werden, der betreibt einfach gepflegte Konversation (Aber Achtung: Mit vollem Mund spricht man nicht).

Nicht bei anderen probieren

Es gehört sich überhaupt nicht, mit der Gabel von anderen Tellern zu probieren. Diese kleinen Probierhappen summieren sich außerdem, denn sie werden zusätzlich zur eigenen Mahlzeit verzehrt. Das macht nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern auf lange Sicht auch dick. Lieber das eigene Gericht genießen und dem Nachbarn seine Häppchen lassen. Das ist besser für die Hüfte und für den guten Ruf in der Gesellschaft.

Kein Dippen und Tunken

Bei Hofe gab es früher zwar auch Finger-Food, doch da war das Besteck noch nicht erfunden. Heute gibt es kaum noch Ausreden mit denen man beim Essen die Hände benutzen darf. Seitdem es Messer, Gabel und Löffel gibt, ist es zu Tisch auch allgemein erwünscht diese zu verwenden. Dipps und Saucen werden mit dem Messer aufgetragen und nicht mit dem Brot selbst.

Ausnahmen sind Fondues oder wenn, beim Italiener zum Beispiel, ein Schälchen mit Olivenöl zum Brot serviert wird. Das Dipp-Verbot zwingt zu mehr Gewissenhaftigkeit. Man tunkt nicht wild drauf los, sondern benutzt bedacht das Messer, um die Sauce auf das Brot aufzutragen. Der Prozess des Dippens verlangsamt sich, es wird weniger gegessen weil es schwieriger ist.

Diese Regeln empfinden viele als spießig und überholt. Einige Tischmanieren sind jedoch überaus brauchbar, wenn man abnehmen möchte. Man muss ja nicht in Smoking oder Cocktailkleid dinieren, aber mit ein paar kleinen Regeln erweist man seinen Gästen und den Tischnachbarn Respekt und macht zudem eine ausgezeichnete Figur.