Fett macht fett, sagen viele Medien und Experten. Deshalb versucht die Werbung uns gezielt dazu zu animieren, die fettarmen,"richtigen" Produkte zu kaufen.
Erst sollten wir nur noch low-fat-Produkte kaufen, die uns angeblich das Abnehmen erleichtern. Mittlerweile geht man weiter und unterscheidet zwischen "guten" und "bösen" Fetten, sowie dem richtigen Verhältniss der Fette zueinander.
Neben Pflanzenölen, reich an ungesättigten Fettsäuren, hat sich die Produktvielfalt enorm vergrößert, es gibt "Omega-3-Brote", "Omega-3-Eier" und sogar "Omega-3-Schweineschnitzel". Wozu soll das gut sein? Brauchen wir überhaupt so viel Fett, egal ob es gut oder böse ist?
Ja, ganz eindeutig brauchen wir Menschen Fett. Fett ist einer der wichtigsten Nährstoffe für uns Menschen. Im Körper würden viele Stoffwechselprozesse ohne Fett gar nicht funktionieren. Ohne Fett könnten wir fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) aus Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln gar nicht aufnehmen. Außerdem gibt es Fette, die für uns essentiell sind, also unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, weil der Körper sie nicht selbst bilden kann, sie aber für Zellerneuerung und Hormonbildung benötigt.
Damit man ausreichend essentielle Fettsäuren aufnimmt, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, rund 30 Prozent der täglich zugeführten Energie aus Fett aufzunehmen. Mehr wäre zu viel des Guten, da Fett pro Gramm ganze 9 Kalorien enthält. Überflüssiges Fett wird, wie andere überflüssige Energielieferanten, vom Körper gespeichert.Fett steckt in viel zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Neben den sichtbaren Fetten (Streich- oder Zubereitungsfette wie Schmalz, Öl, Butter,...) gibt es auch die "versteckte" Fette: Sie verbergen sich in Fleisch, Wurst, Milch- und Milchprodukten (Sahne), Backwaren (Käsebrötchen, Croissants...) und Süßwaren (Schokolade, Eis,...).
Man sollte darauf achten, genügend essentielle Fettsäuren zu sich zu nehmen. Dazu gehören die ungesättigten Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren, weil der Körper diese nicht selbst herstellen kann. In vielen Studien wurden positive Wirkungen dieser Fettsäuren nachgewiesen. So sollen Omega-3-Fettsäuren dazu beitragen, das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzkrankheiten zu senken. Außerdem können diese Fettsäuren sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken und Entzündungsprozesse im Körper unterdrücken.
Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird deshalb empfohlen, ein bis zwei Mal pro Woche Fisch zu essen, denn der enthält gesunde Omega3 Fette. Die Omega-6-Fettsäuren findet man in Pflanzenölen wie Rapsöl, Olivenöl oder Leinöl. Ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 sollten etwa 20 Prozent des täglichen Energiegehalts der Nahrung ausmachen. Das entspricht etwa drei Esslöffeln Pflanzenöl.
Und was sind die schlechten Fette? Das lest ihr auf Seite zwei.
Schlimmer noch als zu viele gesättigte Fettsäuren sind Trans-Fettsäuren: Sie entstehen beim Erhitzen von Fett und sind in großen Mengen in frittierten Produkten wie Pommes, Chips oder Backwaren wie Croissants oder Keksen enthalten. Ein zu hoher Anteil von Transfettsäuren in der Ernährung verändertn langfristig den Cholesterinspiegel negativ. Die Folge ist die Bildung von Arteriosklerose und ein erhöhtes Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt euch folgende Leitlinien beim Fett-Konsum an die Hand, die eine gesunde Ernährung ausmachen:
Da die Beachtung der Fett-Regeln oft nicht leicht fällt, glaubt man gern den Versprechungen der Werbung und greift zur cholesterinsenkenden Margarine oder Ähnlichem. Was viele dabei nicht ahnen: Dabei handelt es sich nicht mehr wirklich um ein Lebensmittel, sondern im weitesten Sinne um ein Medikament, das man auch bei einem erhöhten Cholesterinspiegel nur in Rücksprache mit seinem Arzt verwenden sollte. Also bitte vorbeugen, statt den Schaden mit Margarine zu minimieren.
Text: das-ist-drin.de
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